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35-jähriger Weißwasseraner wegen Fahrraddiebstahls verurteilt

Weißwasser. Ein 35-jähriger Weißwasseraner ist am Dienstag im Amtsgericht Weißwasser zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten, die zu zwei Jahren Bewährung ausgesetzt ist, und einer Geldstrafe in Höhe von 900 Euro unter Vorbehalt verurteilt worden. Wenn dieser nämlich 100 Euro an die Geschädigte zahlt, entfällt die Geldstrafe. Christian Köhler

Der Angeklagte Carsten P.* hatte im Juni des vergangenen Jahres in der Hans-Eisler-Straße in Weißwasser ein abgestelltes Fahrrad entwendet. Das gab P. im Gericht auch unumwunden zu, während Staatsanwalt Nils Rittscher jedoch erklärte, aus der Anklageschrift geht hervor, "das Fahrrad ist aus einem Keller gestohlen worden." Das verneinte Carsten P. Er habe es unangeschlossen mehrere Wochen vor dem Eingang stehen sehen, da seine damalige Frau in einem Nebeneingang gewohnt hat. Er könne nicht erklären, warum er es anschließend an sich genommen hatte. "Es war einfach eine blöde Aktion", gab er zu.

Aufgefallen war der Geschädigten der Diebstahl erst, als sie am Morgen mit dem Rad zur Arbeit fahren wollte. "Ich weiß nicht, ob das Fahrrad im Keller oder vor dem Haus stand", sagte sie vor Gericht. Ihr Mann würde es manchmal in den Keller schaffen. Der Polizei wiederum schoss das markante Rad mitten in Weißwasser ins Auge, als Carsten P. unbeirrt damit eine Bankfiliale aufsuchte. "Ich habe das Fahrrad dann wieder zurückgebracht", gab P. zu Protokoll. Die um ihr Fahrrad gebrachte Frau wiederum erklärte, dass dies zwar stimme, "aber es ist so defekt, dass ich damit nicht mehr fahren kann." Auf eine Reparatur durch den Beschuldigten warte sie noch bis heute. Carsten P. sicherte ihr noch während der Befragung zu, alle Instandsetzungskosten zu übernehmen.

Staatsanwalt Rittscher wiederum sah trotz der Einlassung P.'s, den Diebstahl begangen zu haben, den Tatbestand des besonders schweren Falls: "Wir wissen zwar nicht, ob das Rad im Keller oder vor Tür stand, dennoch glaube ich, dass Sie das Schloss aufgebrochen haben", so der Staatsanwalt. Auch nach Rückgabe des Fahrrads habe sich der Angeklagte eines Gegenstandes widerrechtlich habhaft gemacht und damit der Geschädigten der Nutzung entzogen. Daher hielte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von drei Monaten und zwei Wochen, die zu einem Jahr Bewährung ausgesetzt werden könne, für angemessen. Dem folgte Richter Ralph Rehm, setzte die Bewährungszeit jedoch auf zwei Jahre. "Sie können sich außerdem aussuchen, ob Sie die 100 Euro an die Geschädigte oder 900 Euro an die Staatskasse zahlen wollen", so Rehm. Der Beschuldigte Carsten P. nahm das Urteil an.

*Name geändert