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22-stündige Anreise in Kauf genommen

Die Kromlauer Blütenkönigin gemeinsam mit ihren Gästen auf dem Bartelshof Gablenz. Nach dem Hoheitenfrühstück ging es aufs Festgelände.
Die Kromlauer Blütenkönigin gemeinsam mit ihren Gästen auf dem Bartelshof Gablenz. Nach dem Hoheitenfrühstück ging es aufs Festgelände. FOTO: René Tröger/rtg1
Kromlau. Blütenkönigin Stefanie Engler strahlt Samstag beim 53. Park- und Blütenfest mit der Sonne um die Wette. Kein Wunder, gerade hat sie mit ihren "Kolleginnen" einem frisch getrauten Ehepaar eine Freude gemacht. So ein Bild hat nicht jeder im Hochzeitsalbum – das Brautpaar inmitten von 14 Hoheiten und im Hintergrund die tausendfach fotografierte Rakotzbrücke. Regina Weiß

Apropos Fotos. Nicht ganz so erlaubte Bilder vom Rakotz (unter anderem BMX-Fahrer auf dem Halbrund) haben dazu beigetragen, dass der Kromlauer Park derzeit absolut gefragt ist. "Wir gehen davon aus, dass sich die Besucherzahlen verdreifacht haben", so der Gablenzer Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) bei der Festeröffnung. Um sich touristisch weiter zu entwickeln, hat die Gemeinde Gablenz im Kromlauer Schloss eine neue Stelle geschaffen. Mandy Klau (ehemals Touristinfo im Findlingspark) übernimmt diese. Es gehe darum, Angebote zu "stricken". So stellt sich Blütenkönigin Stefanie darauf ein, künftig auch auf Hochzeitsmessen Werbung für Kromlau zu machen. Schließlich soll sich das Hochzeitsschloss weiter etablieren. 19 Trauungen sind für 2017 angemeldet und machen Mut für mehr.

Von Sonne ist Sonntag leider keine Spur - dafür sind jede Menge Regenschirme zu sehen. Also kann Petrus die Besucher nicht wirklich vom Park- und Blütenfest abhalten. "Kromlau ist halt Kromlau", erklärt Noack die Anzugskraft. Da hat er gerade den Bürgermeister von der polnischen Partnergemeinde Zary-Land im Schlepptau. Auch künftig wollen beide Gemeinden eng zusammenarbeiten.

Viel Arbeit haben die Freunde der Oldtimer in ihre Schätzchen gesteckt. Etwas über 200 Teilnehmer rollen auf die Kavalierhauswiese, obwohl die Wetterbedingungen nicht optimal sind. Über den Pokal für das schönste Fahrzeug kann sich Michael Martin freuen, der mit seinem Pontiac aus Hoyerswerda angerollt ist. Zwölf Jahre hegt und pflegt er den sehenswerten Amischlitten. Sehenswert ist die Handdruckspritze der Feuerwehr Gablenz alle Mal. Sie - Baujahr 1900 - bekommt in diesem Jahr einen Ehrenpokal. Maik Schuster von den Oldtimerfreunden kann sich freuen.

Große Freude herrscht auch Sonntagnachmittag im Festzelt. Das ist rammelvoll. "So schnell sehen wir uns wieder. Das hätten auch wir nicht gedacht", sagt Sängerin Alexandra. Gemeinsam mit ihrer Schwester Anita sind die Geschwister Hofmann für einen erkrankten Kollegen eingesprungen und nach 2016 wieder in Kromlau. Dafür haben sie eine 22-stündige Anreise in Kauf genommen. "Gestern waren wir noch in Barcelona", erfahren die Besucher in Kromlau. Mit der spanischen Sonne im Herzen legen die Sängerinnen dann auch gleich los. Die Zuschauer gehen bei Schlager, Rock und Oldies sofort mit.

Außerhalb des Zeltes müssen sich die Gäste am späten Nachmittag schon warme Gedanken machen. Gerade für die vielen Helfer, die an den Eintrittskassen oder am Parkplatz stundenlang ausharren, nicht einfach. "Das Fest ist ein Kraftakt", hatte der Bürgermeister gelobt. Da hätte Petrus Sonntag ein bisschen besser mitspielen können.