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| 02:51 Uhr

2016 geht's international zu

Die Stadtoberhäupter Andreas Bänder, Torsten Pötzsch, Achim Junker, Beate Hoffmann und Andreas Lysk (v.l.n.r.) im Gespräch.
Die Stadtoberhäupter Andreas Bänder, Torsten Pötzsch, Achim Junker, Beate Hoffmann und Andreas Lysk (v.l.n.r.) im Gespräch. FOTO: ni
Haide. Gäste aus Politik und Wirtschaft sind Donnerstag der Einladung zum Neujahrsempfang von Truppenübungsplatz Oberlausitz und Bundesforstbetrieb Lausitz gefolgt. Major René Pierschel blickte auf 2015 zurück und gab einen Ausblick auf 2016. Gabi Nitsche

Nach der jetzigen Planung sieht es so aus, als würde 2016 ein internationales Jahr für den Truppenübungsplatz Oberlausitz (TÜP). Neben tausenden Soldaten verschiedener Bundeswehreinheiten, die Monat für Monat hier ihr militärisches Handwerk trainieren, werden im März etwa 550 Streitkräfte aus Singapur erwartet. Für Kommandant Major René Pierschel und dessen Team sowie das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum eine Premiere als Gastgeber für die Asiaten. "Gefühltermaßen fünfzigmal waren schon Singapurer zu Absprachen deswegen bei uns", berichtete Pierschel beim gestrigen Neujahrsempfang. Die Soldaten aus Singapur nutzten in den vergangenen Jahren die Übungsplätze Bergen und Munster für ihre Panzer- und Infanterieausbildung samt Übung, bringen 16 eigene Panzer mit, die bei der Rheinmetall AG "parken", sowie 15 Schützenpanzer. Letztere verbleiben in Haide. "Denn im Herbst kommen die Asiaten gleich noch einmal", so Pierschel. Der Vertrag gelte nicht nur für 2016, sondern für fünf Jahre. Den TÜP zum wiederholten Mal gebucht hat auch die niederländische 43. Mechanisierte Brigade - im Mai und im September.

Im vergangenen Jahr standen 190 Tage fürs Schießen zur Verfügung. 166 davon wurden genutzt, außerdem weist die Statistik 58 Nachtschießen aus. 11 310 Soldaten nutzten den Platz. "Wir hatten mit mehr gerechnet, aber durch die Flüchtlingshilfe der Bundeswehr sagten einige Truppen ihre geplanten Übungen bei uns ab", erfuhren die Gäste des Neujahrsempfanges von René Pierschel.

2016 darf offiziell an 184 Tagen geschossen werden. Wie hoch die tatsächliche Belegung des TÜP Oberlausitz ausfällt, lasse sich derzeit nicht vorhersagen. Das Thema Flüchtlingshilfe sei nach wie vor aktuell bei der Bundeswehr. Noch Anfang November sah es so aus, als sollten drei Gebäude im Truppenlager Werdeck zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert werden. Das Land Sachsen habe sich laut Pierschel sehr intensiv damit befasst und die Bedingungen als perfekt eingestuft. "Aber es war klar - das Schießen geht weiter. Bei drei Schießbahnen in der Nähe . . .schwierig." Als dann eine übende Truppe tatsächlich mit Panzern schoß, sei die Einsicht sehr schnell gekommen: Der Truppenübungsplatz eignet sich nicht als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge.

Ansonsten hofft der Kommandant, dass der Platz aufgrund seiner modernen Infrastruktur und vielfältigen Übungsmöglichkeiten auch weiterhin interessant ist für Einheiten und Verbände deutscher und internationaler Streitkräfte.

Durch den Kohleabbau im Tagebau Reichwalde verliert der Platz im mittleren Bereich eine weitere Schießbahn und bekommt Ersatz im westlichen Bereich, der Neustädter Heide. Die Bahn ist im Bau. In diesem Jahr soll dieses Vier-Millionen-Vorhaben abgeschlossen sein, das Vattenfall finanziert.