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| 02:53 Uhr

2016 – ein Rekordjahr für Bad Muskau

Angelika Peto gehört zum Team der Bad Muskau-Touristik. Dort ist übrigens schon ein Kalender für 2018 zu erwerben. Die Bilder darin stammen vom Cottbuser Ralf Buttker.
Angelika Peto gehört zum Team der Bad Muskau-Touristik. Dort ist übrigens schon ein Kalender für 2018 zu erwerben. Die Bilder darin stammen vom Cottbuser Ralf Buttker. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Den 17. August des vergangenen Jahres werden die Mitarbeiterinnen der Bad Muskau-Touristik so schnell nicht vergessen. Regina Weiß

An dem Tag fanden 436 Besucher den Weg in die Touri im Alten Schloss. Nicht die einzige Zahl, die darauf hindeutet, dass 2016 ein touristisches Rekordjahr für Bad Muskau war, wie Dirk Eidtner, Geschäftsführer des städtischen Tochterbetriebes, am Mittwochabend beim Stadtrat berichten konnte.

Das hatte sich schon beim Blick auf die Einnahmen gezeigt, wie Kämmerin Anita Handschack kürzlich bei der Haushaltsdebatte erklärte. Mit rund 54 400 Euro gab es bei der Kurtaxe ein Plus von rund 4000 Euro. Die Einnahmen aus dem ruhenden Verkehr lagen bei 132 260 Euro. Im Vergleich zu 2015 gab es einen deutlichen Sprung nach oben, immerhin rund 34 000 Euro mehr.

41 481 Besucher wollten in der Touristinfo Infos zu Übernachtungen, Parkführungen, Kutschfahrten und anderem mehr haben. 2015 waren es "nur" 32 048 gewesen. Erfreulich sei auch, dass die Parkstadt von gestiegenen Übernachtungszahlen profitieren konnte. Laut Statistischem Landesamt wurden 44 116 Übernachtungen gezählt. Das sind 21,3 Prozent mehr als 2015. Wobei diese Zahl nur Anbieter mit mehr als zehn Betten berücksichtigt. Rechnet man Privatzimmer und kleine Ferienwohnungen noch dazu, schrammt die Übernachtungszahl knapp an den 50 000 vorbei. Zwar konnte die Aufenthaltsdauer leicht gesteigert werden, lag aber dennoch bei 2,1 Tagen. Das macht das Zimmervermieten nun nicht gerade so wirtschaftlich, musste Dirk Eidtner eingestehen.

Auch wenn die Touristinfo den Umsatzerlös 2016 ebenfalls erhöhen konnte, bleibt die Gesellschaft ein Zuschussgeschäft für die Stadt. 2016 fällt der Fehlbetrag bei der GmbH mit rund 76 000 Euro sogar höher aus, als noch im Vorjahr. Dirk Eidtner benannte im Stadtrat die Gründe. So mussten die Muskauer die verlustträchtige Mooraufbereitung von der kreislichen Entwicklungsgesellschaft übernehmen. Hier läuft jährlich ein fünfstelliges Minus auf. Die Unterlagen für die Widerholungsprüfung als "Ort mit Moorkurbetrieb" kosten Geld wie auch Vorleistungen für das deutsch-tschechische EU-Projekt.

Doch die Zusammenarbeit mit Doksy ermöglicht der Bad Muskau-Touristik Investitionen, die sonst auf keinen Fall machbar gewesen wären. Nicht nur, dass eins der ältesten Häuser Bad Muskaus - das ehemalige Torwächterhaus am Kirchplatz - zur barrierefreien Tourist-Info umgebaut werden kann und dort auch ein öffentliches WC seinen Platz finden wird, können nach sieben Jahren auch die Stadtplantafeln überarbeitet und drei neue Infoterminals angeschafft werden. Das in der Mittelstraße unweit des Marktes soll zudem so ausgerüstet werden, dass interessierte Übernachtungsgäste von dort eine Telefonverbindung zu ihrem möglichen Vermieter herstellen können.

"Ein wichtiger Punkt ist eine Studie für die Erarbeitung von Vorschlägen zur Entwicklung von neuen Produktangeboten", so Dirk Eidtner. Dabei sollen die in Bad Muskau vorkommenden Heilmittel - also Moor und Sole - besondere Beachtung finden. Denkbar wäre zum Beispiel ein Gradierwerk.

Zum Projektumfang gehören außerdem mehrsprachiges Infomaterial, Fotowettbewerbe samt Ausstellungen, Image-Film und Begegnungen der Touristiker zum Erfahrungsaustausch. Auf 764 000 Euro belaufen sich die Projektkosten. Die Höhe der Fördermittel liegt bei 614 000 Euro. Der Umbau der künftigen Tourist info werde im Frühjahr öffentlich ausgeschrieben. "Dann werden wir im Stadtrat den wirtschaftlichsten Bieter nehmen müssen. Ein Vergabefehler würde bedeuten, dass wir bis zu 70 Prozent der Fördermittel zurückzahlen müssen", baut Dirk Eidtner schon mal eventuellen Diskussionen vor.

Zum Thema:
Urlaub in Deutschland liegt weiterhin im Trend. Nach den Zahlen des Deutschen Tourismusverbandes wurden 447,3 Millionen Übernachtungen 2016 in Hotels und Pensionen ab zehn Betten gezählt. Das ist ein Plus von drei Prozent. Für die Übernachtungszahlen bedeutet das eine Steigerung im siebenten Jahr in Folge. Die meisten Übernachtungsgäste kamen laut Dirk Eidtner übrigens aus dem eigenen Land. Vor dem Saisonstart gibt es auch in diesem Jahr in Bad Muskau einen Gastgeberstammtisch. Dieser findet am 3. April gemeinsam mit der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau um 15 Uhr im Kaffee König statt.