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„2012 wird ein Jahr der positiven Veränderungen“, Weißwasser

Weißwasser. Das Kreiskrankenhaus Weißwasser hat einen neuen Geschäftsführer. Der 54-jährige Christoph Freitag nahm Montag seine Arbeit auf. Landrat Bernd Lange (CDU) stellte ihn zum Schichtwechsel dem Krankenhauspersonal vor. Von Gabi Nitsche

Dichtes Gedränge herrscht um 7 Uhr in der Cafeteria des Krankenhauses. Wer abkömmlich ist, will ihn sich angucken und hören, was er zu sagen hat. Christoph Freitag (54), verheiratet, in Dresden zuhause, folgt vorerst befristet für ein Jahr auf Silvia Burghardt als Verwaltungschef. Landrat Bernd Lange versichert den Mitarbeitern, dass das Krankenhaus auch weiterhin in kreislicher Trägerschaft bleibt. „Wir wollen das Haus wettbewerbsfähiger aufstellen. Dafür sollen 2012 die Grundlagen geschaffen werden.“ Lange nennt dafür den geplanten Klinik-Verbund der Häuser in Weißwasser sowie Zittau und Ebersbach. Mit diesem soll es möglich sein, auf künftige Herausforderungen im Gesundheitswesen besser reagieren zu können. Er versichert, dass sich niemand sorgen müsse, das Krankenhaus könnte in wirtschaftliche Turbulenzen geraten. „Sie sind hervorragend aufgestellt“, sagt Lange und dankt den Mitarbeitern für das erfolgreiche Jahr. Daran soll das Team 2012 anknüpfen. „Ein Krankenhaus zeichnet sich nicht aus, indem es Rendite macht. Wichtig sind die Patienten für den Erfolg. Sie müssen ein tiefes Vertrauen zu den Mitarbeitern haben“, gibt Lange die Richtung vor, um gegenüber den Mitbewerbern in den Nachbarkreisen zu punkten.

Auch Christoph Freitag ist überzeugt, dass ein Krankenhaus nur so stark ist wie dessen Personal. Er erwartet von diesem ein offenes Gesprächsklima - „keine Grabenkämpfe zwischen ärztlichem und Pflegedienst und Verwaltung. Dafür haben wir weder Kapazität noch Kraft“, so dessen klare Ansage. Er erwartet von jedem positive Ausstrahlung nach außen und Stolz über die Leistungen des Gesamthauses. Der 54-Jährige deklariert 2012 als Jahr der positiven Veränderungen. „Es wird nicht alles so bleiben wie es ist“, so Freitag am Montag. Er bittet Dinge, die er erkläre, nicht als Böswilligkeit zu sehen. Wird Widerspruch angemeldet, dann mit einem eigenen Vorschlag. „Ich bin ein Mensch kurzer und direkter Ansagen“, so Freitag. „Das spart Zeit. Die meisten Mitarbeiter verstehen das auch, wenn man direkt mit ihnen redet“, so dessen Erfahrungen. Im Beisein des leitenden Chefarztes Dr. Karsten Brußig und Pflegedienstleiter Mathias Krause schaut sich der neue Verwaltungschef am Montag einzelne Bereiche im Krankenhaus Weißwasser an.

Fremd sei es ihm nicht. „Ich kenne das Haus seit zwanzig Jahren, wir hatten mit dem Klinikum Görlitz zusammen einen Ausbildungsverbund.“ Von Vorgängerin Silvia Burghardt hat er schon vor einigen Tagen alles Notwendige übernommen. Auch eine etwa 50 Punkte umfassende Problemliste. Nun wird Freitag seine beruflichen Erfahrungen in die Arbeit in Weißwasser einbringen, die er seit 1989 im Krankenhauswesen sammelte, kündigt er an.

Der gebürtige Dresdener hat Werkzeugmacher gelernt und an der TU Dresden ein Studium als Diplomingenieur abgeschlossen. 1989 wurde er Geschäftsführer des Krankenhauses in Meißen mit Poliklinik und 1500 Mitarbeitern. „Ich hatte die traurige Aufgabe, die Poliklinik abzuwickeln.“ Im Mai 1992 wechselte Christoph Freitag zum Klinikum Görlitz und forcierte den Ausbau von zehn auf 16 Kliniken und drei Institute. „Bis 2005 haben wir über 100 Millionen Euro investiert.“ Dann knirschte es im zwischenmenschlichen Getriebe, Freitag machte sich mit zwei Gesellschaften selbstständig, arbeitete drei Jahre für die Roland-Ernst-Stiftung. Doch als „Alleinunterhalter“ mit nur zwei Mitarbeitern habe er sich nicht wohlgefühlt, bewarb sich deshalb um eine Anstellung bei der Kirche in Chemnitz, habe aber gemerkt, dass kirchliche Häuser nicht sein Ding seien. In Weißwasser sei er zurückgekehrt ins kommunale Krankenhauswesen.