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Motorsport
20. Lausitz-Rallye mit tollem Starterfeld

Fachsimpelei am Rande des Rennens: Matthias Kahle (l.) und Anders Gröndal bei der Lausitz-Rallye 2016. In diesem Jahr treffen sie wieder aufeinander.
Fachsimpelei am Rande des Rennens: Matthias Kahle (l.) und Anders Gröndal bei der Lausitz-Rallye 2016. In diesem Jahr treffen sie wieder aufeinander. FOTO: Regina Weiß / LR
Boxberg. Läuft es rund um Boxberg auf ein Duell zwischen Matthias Kahle und Anders Gröndal hinaus? Sie gehen hintereinander auf die Strecke.

Die Lausitz-Rallye feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Und ist doch älter, wie Chef-Organisator Wolfgang Rasper vom Rallye-Renn- und Wassersport-Club Lausitz (RRWC) zugibt. Weit über 30 sei das Motorsport-Event schon, würde man die Rennläufe aus DDR-Zeiten mitzählen.  Von Hoyerswerda aus ging es damals bis ans Jagdschloss nach Weißwasser oder sogar durch den Kromlauer Park. Heute undenkbar, hatte es dort Ende der 70er-Jahre sogar eine Wertungsprüfung gegeben. Um die Menschen für die Rallye zu begeistern, hatte sich Wolfgang Rasper zusammen mit Ecki Jurk – heute Chef von Radio WSW – ins Auto geschwungen und mittels Megafon ordentlich Werbung in den Dörfern gemacht. Bei einem einzigen Termin beim Chef des damaligen Rates des Kreises waren mit einem Machtwort die Genehmigungen erteilt worden. Heute dauert so etwas „etwas“ länger.

Soweit die Geschichte. Die Zukunft beginnt sozusagen am 3. November um 15.30 Uhr mit dem Start des ersten Wagens auf der Spreeinsel in  Uhyst. Doch bis es soweit ist, läuft dort der Count down. Weil kein Telefon  vorhanden ist, muss alles per Satellit erledigt werden. Stromleitungen müssen für das Fahrerlager verlegt werden. Da hätte Wolfgang Rasper gern auf den Sturm der letzten Tage verzichtet. Bedeutet der doch zusätzliche Arbeit. „Unsere Jungs müssen die Strecken kontrollieren: Wo sind Bäume umgestürzt, wo sind Äste locker?“, erzählt er beim Pressegespräch am Montag in Boxberg. Dort kann er berichten, dass man stolz sei, auf das Teilnehmerfeld, das bei der 20. Lausitz-Rallye mitfährt. Da wären zum einen zum ersten Mal die historischen Rallye-Fahrzeuge. Sie werden von Jari Latvala und seinem Toyota angeführt. Der Finne ist den Fans in der Lausitz von vielen Starts bekannt.  Ihm folgen 18 weitere historische Boliden. „Wir hatten so mit zehn gerechnet. Alles was darüber ist, ist richtig gut“, muss Wolfgang Rasper schmunzeln. Dafür haben er und seine Mädels auch viel getan, nämlich telefoniert und gemailt.

Weitere 76 Starter gehen dann nach den historischen Fahrzeugen auf die Schotterpiste. „Wir haben 14 R 5-Autos am Start. Das hat Deutschland noch nicht gesehen“, so Rasper weiter. Piloten aus 17 Ländern sind am Start. Damit kommen zwei Drittel der Teams aus dem Ausland. Auch das ein Novum bei der Lausitz-Rallye.

Apropos Ausland. Rasper weiß, dass im Nachbarland Polen sehr viel Werbung für das Rennsportevent in der Lausitz gemacht werde. „Wir rechnen von dort mit Zuschauern in Größenordnungen.“ Und wo stehen die am besten? Neben dem Fahrerlager in Uhyst haben sie die Qual der Wahl: die Arena in Sprey, die Spitzkehre in Schadendorf, den Rundkurs am Bärwalder See, die Vorbeifahrt am Klittener Hafen. Wolfgang Rasper fällt es schwer, den besten Punkt herauszustellen. Wobei die Arena (Zufahrt für die Zuschauer über die Spreestraße) schon einen kleinen Vorsprung hat. Wasserdurchfahrt und fliegende Autos sieht man nur da. Dass sich die Piloten ins Zeug legen werden, davon geht Rasper aus. Anders Gröndal aus Norwegen ist der Gejagte. Er geht Freitag als erster an den Start. Das ist kein nachträgliches Hochzeitsgeschenk – der Pilot hat vor wenigen Wochen geheiratet – sondern Lausitzer Höflichkeit. „Wir lassen den Gästen den Vortritt“, so Rasper. Matthias Kahle und Christian Doerr  tragen als Lokalmatadoren die Startnummer 2. Mit Carsten Mohe mit der 5 dürften viele Fans aus dem Erzgebirge mitfiebern. Und dann ist da noch Albert vorn Thurn und Taxis. „Er ist letztes Jahr schon sehr gut gefahren. Dieses Jahr fährt er sogar die Europameisterschaft“, so Rasper. Es dürfte also spannend werden. Mal sehen, wen Landrat Bernd Lange (CDU) – neben Boxbergs Bürgermeister Achim Junker (CDU) einer der Schirmherren der Veranstaltung – am Samstag nach 18 Uhr als Sieger auf der Rampe in Uhyst küren kann.

Die Rallyeparty mit Siegerehrung gibt’s ab 20 Uhr im Kindererholungszentrum am Braunsteich in Weißwasser. Wer mitfeiern will, ist laut Organisationschef  herzlich eingeladen.

www.lausitz-rallye.de