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| 02:56 Uhr

180 Jahre Waggonbau und neuer Erfolg

Die Herstellung von Güterwaggons ist – trotz moderner Maschinen und Methoden – immer noch zum Großteil Handarbeit.
Die Herstellung von Güterwaggons ist – trotz moderner Maschinen und Methoden – immer noch zum Großteil Handarbeit. FOTO: Uwe Menschner
Niesky. Die Waggonbau Niesky GmbH begeht in diesem Jahr ihr 180-jähriges Bestehen. Sie feiert dies mit einem Tag der offenen Tür am kommenden Sonnabend. Auch fünf weitere Nieskyer Unternehmen öffnen ihre Türen. Uwe Menschner

. Die Waggonbau Niesky GmbH hat Grund zum Feiern: Nicht nur das 180-jährige Bestehen, sondern auch die aktuelle Lage des Unternehmens bieten Grund dafür. "Wir können bereits jetzt auf eine Vollauslastung für unsere Stammbelegschaft bis Ende nächsten Jahres verweisen", sagt Prokurist Peter Schulze. Die Stammbelegschaft umfasse 262 Mitarbeiter, davon 21 Lehrlinge.

Dabei hatte sich die Situation um den traditionsreichen Nieskyer Industriebetrieb noch zu Beginn des Vorjahres als sehr unübersichtlich dargestellt. Im Jahr 2008 nach mehreren Jahren Eigenständigkeit durch die Deutsche Bahn AG übernommen, machte diese keinen Hehl mehr daraus, dass sie das Nieskyer Werk "loswerden" will. Mit der Quantum Capital Partners AG München fand sich ein Käufer. Er ließ Worten Taten folgen und führte den Nieskyer Waggonbau wieder in sicheres Fahrwasser. Der Waggonbauer bezeichnet die seitdem genommene Entwicklung als Erfolgsstory: "Vor der Übernahme war die Situation durch sinkenden Umsatz und hohe Verluste geprägt. Aktuell gibt es eine signifikante Umsatzsteigerung und eine Rückkehr zu nachhaltiger Wirtschaftlichkeit", heißt es auf der Website der Quantum AG.

Die Waggonbau Niesky GmbH habe sich auf ihre "Kernwerte" Innovation, Qualität und Unabhängigkeit besonnen. Neben der Entwicklung und Produktion innovativer Güterwaggons - dem Kerngeschäft - setzte das Unternehmen auch mit einem neu entwickelten Highspeed-Drehgestell Maßstäbe auf dem internationalen Markt.

Für Aufsehen sorgte zu Jahresbeginn die Mitteilung über den größten Auftragsabschluss der Unternehmensgeschichte: die Lieferung von 315 Spezialwaggons für die französische Groupe Eurotunnel S.A. für 120 Millionen Euro bis 2018. Aktuell akquiriert die Waggonbau Niesky laut Quantum in der Türkei und in arabischen Staaten.

Zum Tag der offenen Tür will das Unternehmen Einblicke in seine Leistungsfähigkeit geben. "Wir erwarten Besucher aus Politik und Wirtschaft, so den sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig, die Bundestagsabgeordneten Thomas Jurk und Michael Kretschmer sowie den CEO der Groupe Eurotunnel", sagt Peter Schulze. Angeboten werden unter anderem geführte Werksbesichtigungen und Schauvorführungen von Schweißtechnik und -robotern.

Doch auch über die Historie des 1835 gegründeten Unternehmens können sich Besucher informieren. Eine Modellausstellung gibt Einblick in die Welt der Güterwaggons.

Künftige Auszubildende erwartet ein Info-Punkt. Für musikalische Umrahmung, leibliches Wohl und Kinderbetreuung ist gesorgt.

Zum Thema:
Die Waggonbau Niesky GmbH öffnet am Sonnabend, 19. September, von 10 bis 16 Uhr ihre Türen Auch Stahlbau, Höpner Lacke, dwt Zelte, die Stadtwerke und der Wertstoffhof lassen an diesem Sonnabend Besucher in ihre Produktionsstätten schauen.