Von Martina Arlt

Bereits eine Stunde vor der offiziellen Öffnungszeit für den Verkauf von Schlachtspezialitäten auf dem Njepila-Hof in Rohne haben die Gäste in einer Schlange gestanden. Sie haben teilweise ihre Töpfe im Gepäck, um auch gleich die Wurstbrühe und andere kulinarische Genüsse für den Transport gut verpacken zu lassen. Endlich eröffnen die Frauen vorzeitig „den Laden“ und sind stets bemüht, dass die Schlange nicht zu lang wird. „So ein Schlachtfest vorzubereiten, ist schon ein Kraftakt. Dann arbeiten im Vorfeld zwischen Montag und Samstag 25 Leute, damit ein reibungsloser Ablauf den Ansturm bewältigen kann“, sagt Manfred Nickel vom Njepila-Hof. Er möchte deshalb vor allen den Vereinsmitgliedern ein großes Dankeschön aussprechen.

Das Schlachtfest soll dargestellen, wie es einst in der Region zuging. „Darauf legen wir immer großen Wert. Unser Hof ist lebendig und dafür sorgen wir mit vielen Veranstaltungen“, erklärt Manfred Nickel das Anliegen. Die Rolle der Fleischer übernehmen in diesem Jahr Ronny Zehring und Christian Fiebig. „Wir haben eine Methode gefunden, um auch für diese große Mengen die richtige Würzmischung herauszufinden. In den letzten Jahren haben wir das alles noch etwas verfeinert“, gibt Nickel zu verstehen. An diesem Tag werden allein mehr als 120 Essensportionen vor Ort verspeist. Dazu kommen noch 300 Besucher, die sich das Geschlachtete mit nach Hause nehmen. „Bei uns geht Keiner mit leerem Magen oder mit leerem Topf nach Hause“, sagt der Vereinschef.

Zu den Stammgästen des Rohner Schlachtfestes gehört Gerhard Thulke aus Görlitz: „Durch Manfred Nickel bin ich damals auf dieses Fest gestoßen. Heute bin ich bestimmt zum zehnten Mal hier. Die Schlachtspezialitäten treffen so voll mein Geschmack und hier herrscht eine tolle Atmosphäre. Man schließt Bekanntschaften und ich gehöre schon zum Inventar“, berichtet er. Für diesen Tag nehme er sich immer die Zeit und komme mit dem Zug. So könne er auch ein Bierchen trinken und vielleicht auch ein Schnäpschen, was zu einem Schlachtfest einfach dazu gehört. Auch für zu Hause habe er reichlich eingekauft. „Es ist ein toller sorbischer Hof und alle Vereinsmitglieder tragen stets ihre Trachten“, so der 68-jährige Görlitzer. Jedes Jahr werden im SPA-Bereich, übersetzt gute Stube, auch bei Njepilas die Gäste aus dem Raum Hoyerswerda bestens bewirtet.

Bereits zum 18. Mal lud nun Manfred Nickel mit seiner ganzen Mannschaft zum traditionellen Schlachtfest ein, das wohl in dieser Form in der Region als einzigartig gilt.