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140 Schützen kämpfen um die Trophäen

In der Mannschaftswertung der Männer siegte der Nieskyer Schützenverein. Platzkommandant René Pierschel überreicht den Pokal.
In der Mannschaftswertung der Männer siegte der Nieskyer Schützenverein. Platzkommandant René Pierschel überreicht den Pokal. FOTO: amz1
Haide. Zum kleinen "Schützenfest" hat die Bundeswehr auf den Truppenübungsplatz Oberlausitz eingeladen. 140 Schützen aus Behörden, Rathäusern und Firmen ermittelten mit Gewehr und Pistole die Besten. amz1

Unter den 30 Mannschaften hatten am Ende der Nieskyer Schützenverein (Männer) und der Zoll Görlitz (Frauen) die Nasen vorn.

Vor Ort ist auch der Rietschener Bürgermeister Ralf Brehmer. Der Verwaltungschef hat sich familiäre Unterstützung mitgebracht. Seine Söhne Julius und Paul Brehmer unterstützen den Vater. Der ist am Ende mit seinen Leistungen zufrieden: "Ich denke, es reicht für einen Platz im guten Mittelfeld." Zur Waffe greift auch Paul Brehmer. Der 19-Jährige nimmt bereits zum zweiten Mal an den Wettbewerben teil. Zur Armee wolle der Rietschener indes nicht. Stattdessen absolviert er eine Ausbildung im medizinischen Bereich. "Beim Schießen lernt man aber den respektvollen Umgang miteinander. Ein schönes Gefühl"; kommentiert Paul Brehmer. Bruder Julius darf indes nur zuschauen. "Ich bin erst 16 Jahre, muss noch bis 2019 warten. Dann will ich hier mitmischen", kündigt er an.

Ralf Brehmer lobt das harmonische Zusammenleben mit der Bundeswehr. Schließlich liegt etwa ein Fünftel der Rietschener Gemeindefläche auf dem Truppenübungsplatz: "Die Soldaten benachrichtigen uns immer, wenn lärmintensive Dinge geschehen. Zudem werden durch die Bundeswehr verursachte Schäden an Straßen und Wegen schnell und unkompliziert behoben." Ralf Brehmer hat selbst Schützenblut, wie er sagt. "Mein Vater war Jäger in der Altmark. Das scheint sich vererbt zu haben."

Zum ersten Mal beim "Schützenfest" auf dem Truppenübungsplatz dabei ist die Mannschaft von der Feuerwehr Weißkeißel. In ihren Reihen befindet sich ein echter Profi. Denn Christian Haberl dient bereits seit dem Jahr 2006 in der Bundeswehr. Heute fungiert der junge Mann als Schießausbilder beim Landeskommando in München. Für das Pokalschießen in Haide habe er sich extra Urlaub genommen. "Wir schießen mit den gleichen Waffen und derselben Munition", erklärt Haberl. Für ihn besitze das Kameradschaftsgefühl oberste Priorität.

Ansonsten sind die Weißkeißeler Kameraden hin und wieder auf dem an ihr Dorf angrenzenden Übungsplatz zu Gast. In diesem Jahr beispielsweise musste ein kleiner Waldbrand unweit des Bahnhofes Weißkeißel gelöscht werden. "Die Bundeswehr hatte uns angefordert", berichtet Wehrleiter René Glowna. Während des kleinen "Schützenfestes" haben die Weißkeißeler sogar eine Bundeswehr-Mannschaft unterstützt, indem zwei Schützen "ausgeliehen" worden waren.

Geschossen wird indes auf der Schießbahn 9, einer von insgesamt 13 dieser Anlagen, davon vier für Panzer. "Auf der Nummer 9 finden unsere Schulungen statt", erläutert Platzkommandant René Pierschel. Während des jetzigen Schießens ist das Gelände mit Flatterband abgesperrt. Schließlich wird mit scharfer Munition geschossen. Zudem müsse jeder Schütze einen Gehörschutz tragen. Sicherheit stehe an oberster Stelle. Die Teilnehmer haben ganz unterschiedliche Kenntnisse von der Waffentechnik. Manche, etwa von Polizei und Zoll, haben fast täglich damit zu tun, andere dagegen hatten noch nie ein Gewehr oder eine Pistole in der Hand. Kurioserweise dürfen diesmal auch mehrere Neulinge Pokale in die Hand nehmen.

"Das Schießen dient in erster Linie dazu, die guten Kontakte zu unseren Partnern in der Region zu pflegen", erklärt René Pierschel. Im Übrigen können sich alle Interessierten bereits Sonnabend, den 26. August, vormerken. Dann lädt der Truppenübungsplatz Oberlausitz wieder zu seinem Tag der offenen Tür ein.