| 19:28 Uhr

Um die Welt ganz ohne Geld
Zwillinge berichten von ihren Reiseabenteuern

Paul und Hansen Hoepner signierten im Anschluss noch zahlreiche ihrer Bücher für die Zuschauer und beantworteten Fragen.
Paul und Hansen Hoepner signierten im Anschluss noch zahlreiche ihrer Bücher für die Zuschauer und beantworteten Fragen. FOTO: Anja Guhlan / Guhlan Anja
Spremberg. Paul und Hansen Hoepner nehmen Publikum mit auf Roadtrip um die Welt.

Zu Fuß, nur mit jeweils einem „Glückspfennig“ als Kapital im Gepäck und mit einem selbst gebauten Transportanhänger haben sich Paul und Hansen Hoepner im Jahr 2015 aufgemacht, um per Anhalter den Globus zu umrunden. In Anlehnung an Jules Vernes Buch wollen sie das genau in 80 Tagen schaffen. Und das ohne Geld. Ein kühner Trip mit hochgesteckten Zielen, bei dem die Uhr tickt.

Am Donnerstagabend konnten dann rund 80 Zuschauer tiefer in die Erlebnisse der Reise der eineiigen Zwillinge blicken. In einer unterhaltsamen Multivisionsshow gaben Paul und Hansen Hoepner mittels Erzählungen, Fotos und Videos zahlreiche Einblicke. Dabei ging die Reise durch 17 Länder der Erde rasant und turbulent zu – aber auch schöne Momente konnten eingefangen werden. Immer mal wieder zwischendrin der aktuelle Kontostand der beiden während ihrer Reise. Als Gelegenheitsarbeiter oder Verkäufer selbst gestalteten Schmuckes waren sie unterwegs, um ihre Reise zu finanzien. „Da war mitunter hohe Improvisation gefragt“, sagte Hansen Hoepner.

In einer anschließenden Fragerunde beantworteten die Brüder noch Fragen aus dem Publikum: „Habt Ihr nicht viele schöne Momente auf den Reisen verpasst, weil Ihr immer der Uhr hinterher gerannt seid?“, fragt eine Zuschauerin. „Wir haben nicht so viele touristische Sehenswürdigkeiten gesehen, das ist richtig. Bei uns waren die Menschen die Sehenswürdigkeiten. Wir wollten bewusst mit Menschen in Kontakt kommen, um vielleicht auch Vorurteile abzubauen“, erklärte Paul Hoepner. Auch wenn Hunger, Müdigkeit und Heimweh manchmal ihre Laune trübten, erlebten die Zwillinge viele schöne Überraschungen, eine unglaubliche Großzügigkeit und vor allem erfuhren sie große Dankbarkeit. „Allen Menschen, die uns während der Reise geholfen haben, sind wir unheimlich dankbar“, so Paul Hoepner.

Antje Wussogk (29) aus Leuthen hatte teilweise Gänsehaut: „Ich habe schon wirklich viele Vorträge gesehen, aber dieser war mir emotional am nahesten.“ Auch ihre Begleitung Nadine Jannaschk aus Leuthen fand es toll, dass auch unangenehme Bilder wie die Armut in Indien gezeigt wurden. „Die Welt mit allen schönen, aber auch unangenehmen Seiten abzubilden, ist gut“, so die 34-Jährige.

Dass die Zwillinge mithilfe der Co-Autorin Marie-Sophie Müller ihre Erlebnisse in Buchform auch zu Papier brachten, lässt noch viel mehr Menschen an den Erlebnissen teilhaben. So griff auch Frank Seidel (46) aus Spremberg beherzt zu einem Exemplar: „Ich bin früher selbst recht experimentell gereist. Das Buch und der Vortrag heute haben Erinnerungen geweckt und wieder Lust aufs Reisen gemacht.“ Auch Christina Mühle (39) und Tino Seibt (34) aus Weißwasser hat das Reisefieber gepackt. „Wir sind hingegen nicht ganz so mutig und würden eher traditionell verreisen“, so Christina Mühle. „Ich habe bereits das erste Buch der Brüder mit der Radreise nach Shanghai gelesen und bin begeistert. An vielen Stellen hat man das Gefühl, wirklich dabei gewesen zu sein.“ Für Christine Paulig (66) aus Groß Kölzig war es ebenso ein erfrischender Vortrag: „Mir reichen der Vortrag und die Bücher. So kann ich gemütlich auf der Couch die Reiseerlebnisse verfolgen. Selbst zu reisen, kommt für mich nicht mehr in Frage.“

Für die Zwillinge geht das Reisen allerdings wagemutig weiter. Für das Jahr 2018 haben sie eine Reise im Eis geplant. Mit einem pendalbetriebenen Amphibienfahrzeug wollen sie quer durch Alaska reisen – ein typisches Hoepner-Abenteuer. Und wer weiß, vielleicht berichten sie in Spremberg auch über diese Erlebnisse. „Wir kommen gerne wieder“, versicherten beide zum Abschluss.

(ang)