Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) sorgt bei der konstituierenden Sitzung der Spremberger Stadtverordnetenversammlung (SVV) für einen Paukenschlag. Fortan wird sie im Stadtparlament nämlich nicht geschlossen auftreten, sondern getrennt. Eberhard Brünsch koaliert in dieser Legislaturperiode mit der CDU und der FDP, während sich Christoph Lohmeier – ebenfalls UWG – der Fraktion „Die nächste Generation“ und der Wählergruppe Brandschutz anschließt. Dies sei der einzige Weg gewesen, die Parteiunabhängigkeit zu bewahren, beteuert Lohmeier.

Entscheidung erst am Wochenende gefallen

Möglich wird diese Konstellation einzig durch den Verzicht von Jens-Uwe Winkler, der erst am zurückliegenden Wochenende den Entschluss gefasst hat. „Am Sonnabend habe ich mich dazu entschieden und auch gleich eine Sitzung einberaumt, um meinen Mitstreitern davon zu berichten“, so Winkler, der bei der SVV-Wahl immerhin 692 Stimmen für sich verbuchen konnte. Durch sein Abdanken rutscht Lohmeier nach und verjüngt somit auch die SVV.

Das Alter ist es auch, was Winkler zur Abgabe seines Sitzes bewogen hat. „Stobinski und seine Leuten wollen, wie die UWG auch, eine Weiterentwicklung von Spremberg vorantreiben, aber als Ü-50er würde ich mir zwischen den jungen Leuten schon irgendwie komisch vorkommen“, erklärt Winkler, der nicht selten auch mit Stobinski aneinander geraten sei. Doch mit Lohmeier weiß Winkler einen ebenbürtigen Mitstreiter in seinen Reihen, der fortan in der drittstärksten Fraktion mitwirkt.

UWG bleibt im Kreis weiter aktiv

Winkler versichert aber auch, dass die Unabhängige Wählergemeinschaft weiter Bestand haben wird und weiterhin aktiv bleibt. Indiz dafür ist das bereits angenommene Mandat. „Im Kreistag werde ich weiter für unser Engagement eintreten“, so Winkler, der mit dem Strukturwandel und Wohnraum in der Region und Spremberg noch etliche Baustellen sieht, die man nun endlich konkret angehen müsse.

Wie Eberhard Brünsch zu seiner neuen Fraktion steht, ist derzeit nicht in Erfahrung zu bringen. Der Abgeordnete befindet sich aktuell im Urlaub und fehlte auch bei konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung in Spremberg – allerdings entschuldigt.