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Welzow
Zweigstelle für Kfz-Zulassung des Landkreises in Welzow?

Welzow. Die schwarz-güne Stadtfraktion will im Rathaussaal eine Debatte dazu lostreten.

Nach Schließung der Kfz-Zulassungsstelle in Sellessen soll die neue Zweigstelle in Welzow entstehen. Das schlägt die Stadtfraktion CDU/Grüne Zukunft Welzow vor. Die Stelle in der Stadt am Tagebau anzusiedeln helfe, den lokalen Wirtschaftsstandort zu stärken, so die Stadtverordnete Hannelore Wodtke (Grüne Zukunft Welzow). Sie reagiert auf die Ankündigung der Welzower Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD) im Februar, sich für eine Zulassungsstelle in Spremberg einzusetzen, damit Proschimer und Welzower nicht die weite Fahrt nach Forst antreten müssen.

Seit der Schließung in Sellessen gab es viel Unmut – besonders aus dem Osten und Süden des Landkreises. Zwar hat die Kfz-Zulassungsstelle in Forst ihre Öffnungszeiten erweitert. Doch auch im Wahlkampf musste sich Landrat Harald Altekrüger (CDU) mehrfach nach einer neuen Lösung fragen lassen. Wie er während einer Podiumsdiskussion in Neuhausen einräumte, habe er die Kritik wahrgenommen. Er wolle nun mit Cottbus über eine Möglichkeit von Kfz-Zulassungen für Spree-Neiße-Bürger sprechen.

Früher als geplant hatte der Landkreis am 4. Dezember 2017 die Kfz-Zulassungsstelle im Spremberger Ortsteil Sellessen geschlossen. Grund fürs frühere Ende waren laut Kreisverwaltung der nötige Rückbau der Sitzbänke und Trennwände im gemieteten Gebäude, Grund für die generelle Schließung Sparerwägungen. In der Sellessener Stelle, die Mitte der 90er-Jahre eröffnet worden war, wurden so viele Kunden bedient wie in der Forster Hauptstelle: Von 46 320 Kfz-Zulassungsvorgängen von Januar bis Ende September 2017 erledigten 23 280 die Mitarbeiter in Forst und 23 040 ihre Kolleginnen in Sellessen.

Im Dezember 2016 hatte die Kreisverwaltung den Mitgliedern des Kreistages mitgeteilt, den Mietvertrag für die Immobilie nicht verlängern zu wollen. Darauf versuchte die Kreistagsfraktion SPD/Landwirtschaft und Umwelt den Landrat zu beauftragen, einen neuen Vertrag zu ortsüblichen Konditionen mit dem Vermieter auszuhandeln und zu prüfen, ob die beanspruchte Fläche verkleinert werden könnte. Doch der Antrag fand keine Mehrheit. Der Vermieter aus dem Raum Stuttgart vermutete, dass die 2016 noch anstehende Kreisgebietsreform Abgeordnete so votieren ließ.

„Nach der Absage der Kreisgebietsreform muss das Thema Zweigstelle wieder auf den Tisch“, sagt Hannelore Wodtke, „die langen Wege sind unhaltbar.“ Grundsätzlich sei es gut, dass sich Birgit Zuchold, Welzows Bürgermeisterin, für eine Zweigstelle in der Region ausspreche. Aber warum sie Spremberg statt Welzow favorisiert, versteht Hannelore Wodtke nicht. „In unserer Stadt Welzow wäre diese Zweigniederlassung von großem Nutzen – auch zur Verbesserung der Infrastruktur“, erklärt sie. Zudem gebe es genug kostengünstige Räume. Sie schlägt die ehemalige Verkaufsstelle der Familie Wallner in der Jahnstraße vor. Dort sei Platz für Büroeinheiten, für die Schilderanfertigung und einen kleinen Imbiss. Sanitäre Einrichtungen und der Parkplatz seien vorhanden.

Den Antrag dazu will die Fraktion CDU/Gründe Zukunft Welzow in der Stadtverordnetenversammlung einbringen. Sie tagt am 18. April um 17 Uhr in Welzows Rathaussaal.