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| 16:27 Uhr

Bürgerhaus Spremberg
Zwei Pilzarten im Bürgerhaus-Holz

 Der Rotdorn am Spremberger Markt blüht – als wolle er das sehr sanierungsbedürftige Bürgerhaus verdecken. Das Bürgerhaus-Holz ist von Pilzen befallen. Auch der Rotdorn kennt das. Vor zehn Jahren quälten ihn Bock- und Prachtkäfer. Nachdem die Untersuchungsergebnisse eines einzelnen gefällten Baumes vorlagen, intensivierte die Stadt die Pflege. So  blüht die Rotdorne am Markt noch heute.
Der Rotdorn am Spremberger Markt blüht – als wolle er das sehr sanierungsbedürftige Bürgerhaus verdecken. Das Bürgerhaus-Holz ist von Pilzen befallen. Auch der Rotdorn kennt das. Vor zehn Jahren quälten ihn Bock- und Prachtkäfer. Nachdem die Untersuchungsergebnisse eines einzelnen gefällten Baumes vorlagen, intensivierte die Stadt die Pflege. So  blüht die Rotdorne am Markt noch heute. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Das Bürgerhaus in Spremberg bleibt aus Sicherheitsgründen eingerüstet. Zum Heimatfest und wohl auch noch zu den Lichterfesten. Hat Spremberg Chancen bei den Verhülungskünstlern? Von Annett Igel-Allzeit

Die Planen blähen sich im Wind, die Gerüste klappern leise. An den Seiten des Bürgerhauses zur Schlossstraße und zum Kleinen Markt, hinten im Bürgergarten und vorn neben dem Haupteingang. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich Fassadenteile lösen, erklärt Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Deshalb müssen die Gerüste am Bürgerhaus bleiben. Sie schützen Passanten und Mitarbeiter.

Zwei Pilzarten wurden bisher beim Öffnen der Fassaden entdeckt: der Ausgebreitete Hausporling, bekannt auch als Eichenporling, der aber nicht nur Eichenholz angreift, und der Weiße Porenschwamm. Beide schädigen Holz und brauchen für ihre Entwicklung über eine längere Zeit eine besonders hohe Holzfeuchte. Um sie los zu werden, muss befallenes Holz großzügig bis ins gesunde Holz hinein entfernt werden. Die Quellen der Feuchtigkeit sind komplett zu beseitigen, die Wände trocken zu legen. An der Marktseite und auf der Seite des Bürgergartens seien die Schäden besonders schlimm, sagt Christine Herntier. Aber einsturzgefährdet sei das Bürgerhaus nicht.

Was den Stadtverordneten fehlt, ist eine Fahrplan, eine Zeitschiene. Auf Nachfragen von Andreas Bränzel (CDU) erklärt Christine Herntier, dass im vierten Quartal dieses Jahres die Betrachtung des Gesamtschadens abgeschlossen sein soll. Das Geld, das die Untersuchung kostet, habe die Stadt. Das konnte ihr die Kämmerin vor zwei Wochen bestätigen. „Aber erst wenn das Ausmaß des Gesamtschadens vorliegt, können wir eine  Entscheidung treffen und eine Planung einschließlich Wirtschaftlichkeitssprüfung erstellen lassen“, sagt Christine Herntier. Was sie aber nicht wolle, ist, dass ihre Mitarbeiter ihre Büros um Bürgerhaus weiter nutzen, während Bereich für Bereich saniert wird. Für ein Ausweichquartier sei sie im Gespräch mit dem Wohungsunternehmen Gewoba.

Bis dahin müsse so gehandelt werden wie in den vergangenen Jahren: Nötige Instandsetzungen werden durchgeführt. Sie gibt Bränzel, der das als „Flickenteppich“ bezeichnet, recht. „Aber erst Ende 2017 konnte das lange Vergleichsverfahren mit dem Architekten abgeschlossen werden. Ich selbst habe davon drei Jahre als Bürgermeisterin miterlebt.“ Die insgesamt zwei Beweisverfahren vorm Cottbuser Landgericht, die die damalige Altstadtsanierungsgesellschaft mit dem Architekturbüro „mayerwittig“ führte, kosteten nicht nur Geld und Jahre,  an denen der Zahn der Zeit weiter am Bürgerhaus nagte. Sie verhinderten mit dem Verweis auf  „laufendes Verfahren“ auch die öffentliche Debatte über die Mängel. Ein Zivilprozess wurde nicht angestrebt, weil er wieder Jahre dauern und Kosten für Anwälte und Gericht bedeuten würde. Immerhin: Im Abschluss der Verfahren hat die Stadt Spremberg die umfassenden Rechte erhalten, Veränderungen am Gebäude vorzunehmen.

„Bewusst provozieren“ hatte er mit seiner Variante vom Bürgerhaus wollen, so Architekt Uwe Wittig noch 2010 – zwei Jahre nach der Einweihung 2008. Er provoziert bis heute. Benny Stobinski (Die Nächste Generation) macht sich Sorgen, wie das eingerüstete Bürgerhaus wohl zum Heimatfest auf die Gäste wirkt. Er schläg deshalb vor, das Bürgerhaus ganz zu zuhängen und als Werbefläche zu nutzen. Christine Herntier kann sich sogar besondere Projektionen zum Heimatfest auf den Planen vorstellen.

 Der Rotdorn am Spremberger Markt blüht – als wolle er das sehr sanierungsbedürftigen Bürgerhaus verdecken. Das Bürgerhaus-Holz ist von Pilzen befallen. Auch der Rotdorn kennt das. Vor zehn Jahren quälten ihn Bock- und Prachtkäfer. Nachdem die Untersuchungsergebnisse eines einzelnen gefällten Baumes vorlagen, intensivierte die Stadt die Pflege. So  Blühen die Rotdorne am Markt noch heute.
Der Rotdorn am Spremberger Markt blüht – als wolle er das sehr sanierungsbedürftigen Bürgerhaus verdecken. Das Bürgerhaus-Holz ist von Pilzen befallen. Auch der Rotdorn kennt das. Vor zehn Jahren quälten ihn Bock- und Prachtkäfer. Nachdem die Untersuchungsergebnisse eines einzelnen gefällten Baumes vorlagen, intensivierte die Stadt die Pflege. So  Blühen die Rotdorne am Markt noch heute. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit