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| 09:32 Uhr

Diskussion
Braucht Spremberg eine öffentliche Hundetränke?

 Sollte es spezielle Hundetränken in Spremberg geben? Gut erreichbar für Hunde ist der kleine Brunnen am Pfortenplatz, Trinkwasser fließt dort allerdings nicht.
Sollte es spezielle Hundetränken in Spremberg geben? Gut erreichbar für Hunde ist der kleine Brunnen am Pfortenplatz, Trinkwasser fließt dort allerdings nicht. FOTO: Bogott Detlef / Picasa
Spremberg. Eine Spremberger Rentnerin sorgt sich bei der anhaltenden Hitze und Trockenheit um durstige Hunde und regt die Anschaffung spezieller Brunnen an. Von Annett Igel-Allzeit

Alle stöhnen über die Hitze. Auch die Französische Bulldogge Amy lässt ihre Zunge raus hängen, wenn sie mit Frauchen im Sommer durch Sprembergs Innenstadt hecheln muss. Am Bullwinkelbrunnen plätschert das Wasser. Amy schaut hinauf, knurrt leise. Mit ihren kurzen Beinen hat sie keine Chance. Der kleine Brunnen am Pfortenplatz hingegen – aber ob Frauchen dort noch vorbeigeht?

Die Spremberger Rentnerin Ute Kekert beschäftigen die durstigen Hunde schon eine ganze Weile. „Warum ist es bei uns in der gesamten Stadt nicht möglich, in diesen heißen Sommern eine Wasserstelle für durstige Hunde zu schaffen?“, fragt sie. „In nahezu jeder Stadt stehen am Rathaus, vor Geschäften oder am Markt Trinknäpfe für Hunde“, hat Ute Kekert beobachtet. Wipptiere auf dem Kleinen Markt für Kinder, Blumen für die Spreebrücke – „alles gut und schön“, sagt sie, „aber wer denkt an die Hunde?“ In der Spremberger Touristinformation habe sie das Problem angebracht, die Sprechstunde der Bürgermeisterin Christine Herntier soll sie mit diesem Thema besuchen, sei ihr empfohlen worden.

Dabei haben Spremberger Gaststätten durchaus etwas übrig für die Tiere. Steht der Napf mit Wasser nicht ohnehin im Biergarten, wird er gebracht, wenn Gäste mit Hund Platz nehmen, zum Beispiel im „Ristorante Toscana“ in der Friedrichstraße.

Öffentliche Hundetränke teuer und pflegeintensiv

Aber ganz einfach ist das mit den Wassernäpfen, die durchaus auch die Hundefreunde unter den Geschäftsinhabern vor die Ladentür stellen dürfen, nicht. „Und zwar aus hygienischen Gründen“, sagt die Tierärztin Dr. Annett Stange, die Leiterin des Tierschutzligadorfes in Groß Döbbern an der B 97 ist. „Das Wasser im Napf muss immer wieder erneuert werden. Auch bei kleinen Wasserbrunnen, wie sie für Katzen und Hunde im Angebot sind, ist ein regelmäßiges Reinigen erforderlich.“ Und ganz billig sei eine öffentliche Hundetränke für eine Kommune eben auch nicht, „denn sie braucht einen ordentlichen Filter.“ Zudem bestehe bei einer Hundetränke in der Öffentlichkeit immer eine gewisse Ansteckungsgefahr – zum Beispiel mit Hundeschnupfen. Annett Stange empfiehlt deshalb Hundebesitzern, lieber etwas Wasser für ihren Vierbeiner dabei zu haben. „Es gibt inzwischen sogar kleine Reise-Sets“, erklärt die Tierärztin.

Ähnlich sieht es auch Alexander Adam, der Stadtsprecher. „Verantwortungsbewusste Hundehalter tragen bei längerem Aufenthalt mit ihrem Hund im Freien ein Gefäß und Wasser bei sich“, sagt er.

Keineswegs, so Adam weiter, sei es in Spremberg aber verboten, dass Hunde mal Wasser aus einem Springbrunnen trinken. „Allerdings weist an jedem Brunnen ein kleines Schild ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim Brunnenwasser nicht um Trinkwasser handelt. Entscheiden muss also jeder Hundehalter selbst, ob sein Hund das Wasser trinken darf“, sagt Alexander Adam.

Andere Städte machen es vor

Beispiele für öffentliche Hundetränken in Städten lassen sich im Internet finden. In Warnemünde gibt es zum Beispiel eine öffentliche Pumpe mit Trinkwasser. „Lütt Pütt“ nennen sie die Einheimischen. Wer will, kann sich dort von April bis Oktober seinen Becher oder die Trinkflasche füllen. Eine Schale am Fuß der himmelblauen Pumpe erlaubt, dass auch Hunde ihren Durst stillen können.