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Spremberg
Andrang in der Aula der Spremberger Oberschule

Spremberg. Die frühe Berufsorientierung mit Praktika kommt gut bei Eltern und Schülern an.

Im Chemiekabinett hat sich der zwölfjährige Carl-Richard Rochor am Montag zum Tag der offenen Tür der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg (BOS) pudelwohl gefühlt. Chemielehrerin Birgit Marzisch bringt seinen Arm mit federleichtem Schaum zum Brennen. Für zwei Sekunden. Der Zwölfjährige aus Schwarze Pumpe schmunzelt. Die Lehrerin lässt Stoffe die Farbe wechseln, Rauch aufsteigen, an Fläschchen schnuppern und entdeckt unter den Eltern ehemalige Schüler. Mathelehrerin Sybille Wöhrmann gelingt es, zwei junge Sechstklässlerinnen mit einem Schlaukopfprogramm zu fesseln. Fehlerlos rechnen die Mädchen die Aufgaben. Englischlehrerin Gabi Ring erzählt, warum der Schüleraustausch mit der Partnerschule im polnischen Dzialdowo die Englischkenntnisse verbessert: „Sich über eine Fremdsprache mit anderen Jugendlichen verständigen müssen, schult durchaus.“ Von der Fünftklässlerin Mandy Noack wird Gabi Ring prompt auf englisch angesprochen. Mandy begleitet ihren Bruder Kai, der im Sommer an eine weiterführende Schule wechselt. Kai liebt den Wald, will Forstwirt werden. „Während wir bei Mandy übers Gymnasium  nachdenken, sind für Kai die Praktika hier wichtig“, sagt Mutter Sylvia Noack.

In der Aula – kein Stuhl ist mehr frei  – erläutert Schulleiterin Kerstin Berger die Berufsorientierung und die Abschlüsse von der einfachen Berufsbildungsreife über die erweiterte Berufsbildungsreife bis zur Fachoberschulreife und der Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.

Auch Drebkauer sind unter den Besuchern. Für sie wäre eine Gesamtschule in Kolkwitz, die zumindest fürs Schuljahr 2018/2019 vom Bildungsministerium abgelehnt wird, ideal.  „Von Welzow und Drebkau ist es mit der Busverbindung zu uns nicht einfach, die Schüler müssen früh aufstehen“, so die Schulleiterin. Trotzdem lernen in der BOS  bereits mehrere Drebkauer Schüler. Die BOS sei für die Eltern eine Alternative zu Cottbus.

Das Bus-Problem hat Sandy-Theresa Köpping aus Spremberg nicht. Die Elfjährige erkundet die BOS mit zwei Klassenkameraden aus der Kollberggrundschule und will später viel mit Tieren zu tun haben. Also Naturwissenschaften als Wahlpflichtfach oder doch Russisch? „Französisch werden wir nach den Sommerferien nicht anbieten können, uns fehlt die Fachlehrerin dafür“, so Kerstin Berger. Bis zur Entscheidung hat Sandy noch Zeit. Bis 80 Siebtklässler kann die BOS aufnehmen. Im Vorjahr, so Kerstin Berger, mussten keine Bewerber abgelehnt werden.