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| 02:56 Uhr

Zum Schülerverkehr hagelt es Kritik

FOTO: Photographer: Andre Hamann Fotolia
Spremberg. Nach dem ruckeligen Start mit dem neuen Spree-Neiße-Nahverkehrsanbieter reißen in Spremberg die Beschwerden über verschlechterte Verkehrsanbindungen nicht ab. Jetzt organisieren Eltern aus der Heidegrundschule Sellessen sogar eine Demonstration für eine bessere Schülerbeförderung. Catrin Würz

Für Henri Noack aus Weskow ist es seit Jahresbeginn so etwas wie ein Lotteriespiel, ob er seine Oberschule in Döbern morgens pünktlich zu ersten Stunde erreicht oder nicht. Schon viermal in zwei Wochen hat er das nämlich nicht geschafft. Dann hat sein Bus der Linie 880 über Bagenz, Haidemühl und Weskow zu spät den Spremberger Busbahnhof erreicht. "Und der Bus nach Döbern, der laut Fahrplan eigentlich eine Anschlusslinie ist, hat nicht gewartet. Wir können dann erst eine Stunde später weiterfahren", ärgert sich der Achtklässler. Für ihn und weitere acht bis zehn Schüler, die mit in diesem Bus sitzen und ebenfalls an der Oberschule in Döbern lernen, heißt das: Stundenausfall, Ärger mit den Lehrern und eine Stunde Frieren auf dem Spremberger Busbahnhof. Der Dreizehnjährige aus Weskow hat davon jedenfalls die Nase voll.

Die Leiterin der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg (BOS) Kerstin Berger hat in den vergangenen zwei Wochen ebenfalls viel Ärgerliches über den Schülerverkehr erfahren. "Busse kamen nicht pünktlich, sodass Schüler nicht rechtzeitig in der Schule waren. Und viel Kritik gab es auch, dass die Busse oft zu klein sind, nicht ausreichend Sitzplätze haben und die Kinder darin dicht gedrängt stehen müssen. Das können wir eigentlich nicht verstehen", sagt die Schulleiterin. Zu kleine Busse seien beispielsweise aus Richtung Welzow über Schwarze Pumpe nach Spremberg häufig der Fall. "Wir haben die Anlaufschwierigkeiten der ersten Woche erstmal abwarten wollen. Doch auch in der zweiten Schulwoche gab es immer noch Kritik von Eltern und Schülern", ergänzt Kerstin Berger.

Schon zum Jahreswechsel hatte eine Änderung im Schülerverkehrsnetz bei Spremberg für einen Aufschrei gesorgt. Die Buslinie 885, die die östlich der Stadt gelegenen Dörfer mit der Heidegrundschule Sellessen/Haidemühl verbindet, soll einfach gestrichen werden. Dagegen wollen jetzt Eltern und Schüler auf einer Demonstration in der kommenden Woche protestieren - unterstützt vom Spremberger CDU-Landtagsabgeordneten Raik Nowka. "Diese Aktion soll zeigen, wie wichtig direkte Schulbusverbindungen für viele Familien und für das Leben in den Dörfern ist. Das wollen wir dem Kreistag und der Kreisverwaltung noch einmal klar vor Augen führen", sagt der CDU-Abgeordnete aus Graustein.

Im ländlichen Raum einfach abgehangen fühlt sich auch Ingrid Klauschke aus Bohsdorf. Die Rentnerin hat früher oft den Rufbus nach Spremberg genutzt. Den soll es aber künftig nicht mehr geben. Stattdessen hat man der Bohsdorferin empfohlen, mit einem Rufbus nach Lieskau zu fahren und dort auf die Linie 879 Döbern - Spremberg zu warten. Diese für sie kaum nachzuvollziehende Auskunft hat Ingrid Klauschke jedenfalls von der Auskunft des neuen Nahverkehrsanbieters DB Spree-Neiße bekommen. Dass es mit diesem Service-Telefon noch einige Probleme gibt, räumte DB-Sprecher Ingo Priegnitz gegenüber der RUNDSCHAU ein. Kritisiert wurde oft, dass im Berliner Center keine ortsunkundigen Mitarbeiter sitzen. Künftig sollen auch Service-Mitarbeiter aus dem Spree-Neiße-Kreis am Telefon zu erreichen sein, kündigte Priegnitz an.

Zum Thema:
Die Demonstration für eine gute Schülerbeförderung findet am Dienstag, 27. Januar, um 7.30 Uhr vor der Heidegrundschule in Sellessen statt. Mit dem Thema Schülerbeförderung befasst sich der Bildungsausschuss des Landkreises am 29. Januar.