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| 01:27 Uhr

Zum Heiligabend

„Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Schön wäre es, wenn es so wäre. Es tobt aber seit Menschengedenken ein Kampf alle gegen alle. Es herrschen Aufruhr, Vernichtung und Tod. Es werden kalte und heiße Kriege.

„Der Prolet wird in den Krieg verladen, dass er tapfer und selbstlos ficht. Warum und für wen wird ihm nicht verraten, für ihn selber ist es nicht.“ (Berthold Brecht) Aber für wen dann„ Für einige wenige bringen die Kriege Profit, Macht und Lebensgenuss. Den Massen bleibt die Sehnsucht nach Frieden. Sie wird im Besonderen an Weihnachten deutlich, denn zu diesem Fest gehört die himmlische Botschaft: Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Wie wird sie aufgenommen“ Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube, lautet die Antwort vieler Zeitgenossen. Man kann es ihnen nicht verdenken. Der Unfriede blieb seit Christi Geburt nicht nur erhalten. Nein, er eskalierte im Laufe der Jahrhunderte. War die Botschaft des Engels auf den Feldern Bethlehems am Ende nicht mehr als ein hilfloser Wunsch„ Aber sehen wir uns die Botschaft näher an. Der Frieden wird der Menschheit nicht aufgedrängt, sondern ereignet sich bei den Menschen des Wohlgefallens. Theologen haben lange darüber diskutiert, wer hier wohl gemeint sein könnte. Wörtlich übersetzt lautet dies e Stelle: „... und Friede auf Erden des Wohlgefallens.“ Unklar blieb bis ins 20. Jahrhunderts, ob es sich dabei um menschliches oder oder göttliches Wohlgefallen handelte. Die Handschriftenfunde von Qumran lösten dieses Rätsel. Sie entstanden in zeitlicher Nähe zu Jesus und den ersten Christen. In diesen Schriften ist mehrfach die Rede von Söhnen deines (Gottes) Wohlgefallens. Der Friede gilt den Menschen des göttlichen Wohlgefallens. Wer aber gefällt Gott“ Vergessen wir nicht, die Engelsbotschaft beginnt mit: Ehre sei Gott in der Höhe! Dem Schöpfer gefallen Menschen, die ihn ehren. Sie werden mit seinem Frieden beschenkt. Letztlich liegt es also bei jedem einzelnen, ob er dazu gehören will. Es ist bei den Freiheiten, die Gott den Menschen eingeräumt hat, nicht denkbar, dass er den Frieden erzwingt. Aber er hat für jeden, der es will, die Tür zum Frieden geöffnet. Ich wünsche allen Lesern den Gang durch diese Tür für ihr ganz pers&oum l;nliches Weihnachten.

Friedbert Müller ist Leiter der Obdachlosenarbeit der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Spremberg.