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| 01:06 Uhr

Zeugniszeit – Kummerzeit?

Spremberg.. Die Sommerferien stehen vor der Tür – das bedeutet sechs Wochen Pause von Gedichtanalysen, Algebra und Photosynthese. Morgen, am letzten Schultag, erhalten die Schüler ihre Zeugnisse – nicht für alle ein schönes Ereignis. Mancher mag mit den Leistungen im vergangenen Schuljahr nicht zufrieden sein, andere mögen sogar Angst vor der Reaktion der Eltern haben und sich mit der Beurteilung nicht nach Hause trauen. Die RUNDSCHAU fragte Schüler in Spremberg nach Zeugnisängsten.


Sebastian Karl (15) , Neuntklässler des Erwin-Strittmatter-Gymnasiums: „In Erkunde und Sport, meinen beiden Lieblingsfächern, werde ich jeweils eine Zwei auf dem Zeugnis haben. In den anderen Fächern bin ich mir nicht ganz so sicher. Ich rechne mit einem Durchschnitt von 2,5. Ich habe keine Angst davor, meinen Eltern das Zeugnis zu zeigen. Sie kennen ja meinen Leistungsstand. Am meisten freue ich mich darauf, meinen Großeltern mein Zeugnis zu zeigen. Für jede Zwei bekomme ich etwas Taschengeld.“

Tabea Sperling, 15 Jahre: „Weder für mich noch für meine Eltern ist mein Zeugnis eine Überraschung. Ich weiß, wie meine Noten in diesem Jahr ausfallen und meine Eltern auch. Selbst wenn ich schlechte Noten hätte, müsste ich vor der Reaktion meiner Eltern keine Angst haben.“

Silvia Dunst (10) Schülerin der Klasse 4b der Grundschule Gartenstraße: „Ich lasse mich von meinem Zeugnis überraschen. Ich brauche keine Angst haben, es meiner Mutter zu zeigen. Die beste Zensur werde ich in Sport, meinem Lieblingsfach, haben. Was weniger gut ausfallen wird, ist die Zensur in Mathe, denn dieses Fach mag ich überhaupt nicht. Meiner Oma zeige ich mein Zeugnis natürlich auch. Für eine gute Zensur bekomme ich von ihr sicher eine Belohnung“

Bianka Pohling, 13 Jahre: „Ich habe schon ein wenig Angst vor dem Zeugnis, da es in diesem Jahr nicht meinen Erwartungen entspricht. Zu Hause habe ich deswegen aber keinen Ärger. Selbst wenn mein Zeugnis so schlecht wäre, dass meine Eltern ein bisschen sauer werden würden, würde ich mich nach Hause trauen.“

Josefine Brünsch, 13 Jahre: „Ich muss keine Angst vor meinem Zeugnis haben und auch nicht vor der Reaktion meiner Eltern. Denjenigen, die sich aufgrund eines schlechten Zeugnisses nicht nach Hause trauen, würde ich empfehlen, mit einem Freund oder einer Freundin zu sprechen und nach einer Lösung zu suchen.“

Sebastian Balkow und Sebastian Grille, beide 13: „Unsere Leistungen haben sich zwar in diesem Jahr verschlechtert, aber deswegen graulen wir uns nicht vor der Zeugnisausgabe morgen. Egal, wie unsere Zeugnisse ausfallen, zu Hause gibt es keinen Ärger.“

Es fragten ANJA WEINHOLD und ANDRÉ KURTAS.

Anlaufstellen Hier gibt es Hilfe:
 Daniela Mann vom Studienkreis Nachhilfe, Karl-Marx-Str. 8, in Spremberg steht besorgten Schülern heute und morgen persönlich und telefonisch zur Seite. Das Büro ist heute von 13 bis 17 Uhr geöffnet, am Mittwoch von 12 bis 16 Uhr. Wer nicht persönlich vorbeikommen mag, kann auch anrufen unter (03563) 1 94 41 oder (03563) 9 00 14.
Auch der Kinder- und Jugendnotdienst im Land hilft, wenn die Zeugniszeit zur Kummerzeit wird. Das Büro in Cottbus ist rund um die Uhr unter der Tel.: (0355) 47 86 13 zu erreichen.
Beim Staatlichen Schulamt Cottbus steht Schulpsychologe Herr Pahl unter (0355) 4 86 62 21 zur Verfügung.
Kostenfreie Hilfe bietet auch der Kinder- und Jugendschutzbund montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr unter der Telefonnummer (0800) 1 11 03 33 an.