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Zeugen krank: Prozess wegen Verstoßes gegen Waffengesetz vertagt

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Cottbus/Spremberg. Ein Prozess wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz sollte am Montagmorgen am Cottbuser Amtsgericht stattfinden. Doch die Richterin vertagte ihn, da mehrere Zeugen wegen Krankheit nicht erschienen waren. René Wappler

Der 27-jährige Marcel S. ist nach Angaben der Pressestelle des Amtsgerichts angeklagt, im Jahr 2011 in Spremberg eine Schreckschusswaffe getragen zu haben - die er allerdings lediglich in der eigenen Wohnung aufbewahren durfte. Drei Jahre später sollen Polizeibeamte, nun wiederum in seiner Cottbuser Wohnung, eine Druckluftpistole gefunden haben, bei der die amtlichen Prüfzeichen fehlten. Schon ihr Besitz fällt laut einem Gutachten ebenfalls unter das Waffengesetz.

Verhandlungsstart verschoben

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft in Cottbus bringt es nichts, den Prozess zu beginnen, solange wichtige Zeugen krank sind, deren Aussage für die Verhandlung unabdingbar ist. Auch nach den Worten der Richterin Christa Schwertfeger war am Montag "nicht abzusehen, dass es heute beendet werden kann". Deshalb verschob sie die Verhandlung auf einen späteren Zeitpunkt.

In Deutschland umfassen die klassischen waffenrechtlichen Verstöße laut Bundeskrininalamt in der Regel die Fälle des illegalen Besitzes sowie der illegalen Einfuhr, des illegalen Handels und der illegalen Herstellung von Schusswaffen, welche unter die Bestimmungen des Waffengesetzes fallen. Im Jahr 2015 wurden nach Angaben der Polizeistatistik bundesweit insgesamt 30 506 Verstöße registriert, was einem Rückgang von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für Spremberg sieht die Situation laut Brandenburgischem Innenministerium im Vergleich so aus: 23 Fälle wurden im Jahr 2014 gezählt, acht hingegen im Jahr 2015.

Weiterer Fall wird untersucht

Erst vor zehn Tagen erstatteten Polizeibeamte in einem weiteren Fall aus Spremberg eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ein 19-Jähriger hatte nach ihren Angaben mit einer Luftdruckpistole drei Mal auf ein Fenster des Polizeireviers geschossen, eine Scheibe am Spremberger Busbahnhof zerstört und gemeinsam mit einem anderen Mann die Mitarbeiterin einer Spielothek mit Schlagring und Pistole bedroht. Zwar flohen die beiden Männer zunächst. Doch kurze Zeit später trafen die Polizeibeamten sie in einer Wohnung an, wo sie die Waffen sicherstellten. Nun ermittelt die Behörde außerdem wegen Beleidigung von Beamten und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Außerdem kommen auf die beiden Tatverdächtigen noch Schadenersatz-Forderungen der Stadt Spremberg zu - wegen der zerstörten Scheibe am Busbahnhof.