| 17:15 Uhr

Kriminalität in der Region
Justiz untersucht Einbruchsserie

Spremberg. Polizei beleuchtet Straftaten-Statistik für Spremberg und Welzow.

Der Polizei fehlt es am Personal, um in den Schulen im Spree-Neiße-Kreis vorbeugend und umfassend über die Folgen von Drogenkonsum zu informieren. Das erklärt Polizeichefin Bettina Groß im Gespräch mit den Spremberger Stadtverordneten. Im Jahr 2017 wurden in Spremberg laut Statistik 38 Rauschgiftdelikte erfasst und 36 davon aufgeklärt. „Je mehr wir in diesem Bereich kontrollieren, desto höher ist die Zahl erfasster und aufgeklärter Straftaten“, sagt Bettina Groß. Zugleich richtet sie einen Appell an Eltern und Lehrer. „Macht die Kinder stark, damit sie keine Drogen nehmen.“

Zwar lässt das Interesse von Schülern an Alkohol und Zigaretten nach. Das geht aus der Antwort der Landesregierung an eine Frage des Spremberger CDU-Abgeordneten Raik Nowka hervor. Doch vorliegende Daten deuten darauf hin, dass im Schnitt fast einer von 100 Jungen und eines von 200 Mädchen inzwischen Amphetamine einschließlich Crystal Meth mindestens einmal in der Woche konsumieren. Die Suchtberatung in Spremberg bietet seit Dezember zusätzliche Sprechstunden an, wie auch ihre Partner in Forst und Cottbus.

Crystal Meth schädigt die Konsumenten nach Angaben der Polizeichefin am stärksten. Auch die Rückfallquote ist besonders hoch. Mehr als die Hälfte aller Fälle von Drogenkriminalität tritt mittlerweile im Zusammenhang mit Crystal auf.

Insgesamt registrierte die Polizei in Spremberg im Jahr 2017 genau 1270 Straftaten aller Art. Gegenüber dem Jahr 2016 ist die Zahl der Fälle damit um 12,7 Prozent gesunken. Ähnlich sieht der Trend in anderen Städten des Spree-Neiße-Kreises aus. In Guben sank die Zahl der erfassten Delikte um 25 Prozent, in Forst um 19,4 Prozent.

Nur in Welzow nahm die Zahl der Straftaten um 6,7 Prozent zu. Nach einer Einbruchsserie hatte die Polizei im Sommer 2017 eine Gruppe ermittelt, die als „dringend tatverdächtig“ gilt. Es handelt sich um junge Männer, 17 bis 20 Jahre alt, die alle aus dem Ort stammen. 25 Straftaten rechneten ihnen die Polizeibeamten allein in Welzow zu, weitere fünf in Orten wie Löschen und Drebkau. Von einem „sehr umfangreichen Verfahren“ spricht der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Cottbus, Horst Nothbaum. „Ein Kollege wertet die Unterlagen dazu aus“, erläutert er. „Dabei kommt es darauf an, wem wir welche Straftaten zuordnen können.“ Die Auswertung solle bald zu einem Ende finden. Dann wird sich voraussichtlich das Cottbuser Landgericht mit der Einbruchsserie befassen.

Polizeichefin Bettina Groß sagt: „Wenn wir einen größeren Komplex abschließen können, in dem Mehrfachtäter ermittelt wurden, trägt das zur Aufklärungsquote bei.“ Damit antwortet sie auf eine Frage der Spremberger Stadtverordneten Anita Schreiber (Die Linke): Sie wollte erfahren, welche Umstände diese höhere Erfolgsquote beeinflussen.

Darüber hinaus hat die Arbeit der Justiz dazu geführt, dass mehrere Täter der rechtsextremen Szene aus Spremberg eine Haftstrafe verbüßten. Das bestätigt die Polizeichefin auf Nachfrage von Benny Stobinski, Fraktionschef der Nächsten Generation. „Wenn die Rädelsführer im Gefängnis sitzen, werden die Mitläufer nicht so aktiv“, erklärt Bettina Groß.