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| 17:16 Uhr

Neue Lampen an den Straßen geplant
Umbau auf LED-Licht eröffnet großes Sparpotenzial

Karl-Marx-Straße in Guben historisch: Im vorderen Bildbereich seht man noch die guten, alten Natriumdampf-Lampen, im hinteren Bildbereich leuchtet es schon LED-Weiß.
Karl-Marx-Straße in Guben historisch: Im vorderen Bildbereich seht man noch die guten, alten Natriumdampf-Lampen, im hinteren Bildbereich leuchtet es schon LED-Weiß. FOTO: FOTO Werner
Spremberg. Fachleute untersuchten Tausende Laternen in Spremberg.

In Spremberg können 3829 von 4030 Straßenlampen LED-Licht erhalten. Dabei lässt sich weit mehr Geld sparen als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommen Fachleute der Degat Planungsgesellschaft aus Cottbus. Sie haben 323 Straßen in der Stadt untersucht.

70 Prozent der Stromkosten ließen sich mit Hilfe von LED-Licht einsparen. Das sagt Diplomingenieur Jürgen Zahr. Er sprach in dieser Woche im Bauausschuss über das Projekt. „Dieses Potenzial erklärt das starke Interesse der Stadt“, sagte er. Eine frühere Prognose der Städtischen Werke hatte ein Sparvolumen von 20 Prozent vorhergesagt. Doch die Technik entwickelt sich weiter. Damit geht eine höhere Effizienz der Lampen einher.

Die Spremberger Politiker plädierten im Jahr 2015 für LED-Technik. Deshalb schauten sich die Mitarbeiter der Firma aus Cottbus die Lampen genauer an. Dafür legten sie insgesamt um die 1000 Kilometer zurück. Dann stellten sie zwei Modelle zusammen. Als Grundlage diente ihnen die Alma-Riedel-Straße. Daraus errechneten sie den gesamten Bedarf in Spremberg.

Gäbe es 100 Prozent Fördergeld für den Umbau, wäre die neue Anlage demnach sofort ein Gewinn. Innerhalb von 20 Jahren liefen Kosten von geschätzten vier Millionen Euro für die Stadt auf. Der Betrieb der alten Anlage würde hingegen 8,5 Millionen Euro kosten.

Müsste die Stadt das Projekt selbst finanzieren, sähe die Rechnung etwas anders aus. So würde sich die Investition nach sieben Jahren rechnen. Innerhalb von 20 Jahren käme es zu Gesamtkosten von sechs Millionen Euro. Auf lange Sicht ergäbe sich so ebenfalls ein Gewinn gegenüber der alten Anlage.

Darum könnte die Stadt Spremberg künftig wieder alle Straßenlampen einschalten. So sagt Gerd Schmiedel vom Fachbereich für Bauen: „Das wurde schon in einem Beschluss aus dem Jahr 2012 formuliert.“ Momentan bleibt jede zweite Laterne aus. Mehr gibt der Haushalt nicht her. Deshalb fragte Ilona Schulz von den Linken im Bauausschuss nach, ob sich diese Praxis mit LED-Technik ändern wird.

Der Umbau bietet auch Vorzüge bei den Kosten für Energie. Im Jahr ließen sich 178 000 Euro sparen. Das geht aus dem Modell der Firma Degat hervor. Der Ausstoß von Kohlendioxid würde ebenfalls drastisch sinken. Er beträgt derzeit 722 Tonnen im Jahr. Möglich wären 191 Tonnen. Die Investition beliefe sich insgesamt auf 2,4 Millionen Euro. Noch in diesem Jahr soll der Umbau der Straßenlaternen beginnen. Je nachdem, wie viel Geld vorhanden ist, geht er danach weiter.