"Eines steht aber fest: Das Wunschgroßeltern-Projekt ist kein Babysitter-Dienst", sagt Erika Nogai. Die Leiterin der Freiwilligenagentur Spremberg will junge Familien mit vitalen und liebevollen älteren Menschen zusammenbringen, "so dass es ein Gewinn für beide Seiten ist".

Immer wieder gehen in der Freiwilligenagentur Anfragen von allein erziehenden Frauen ein, die gerne arbeiten gehen möchten, aber die Arbeitszeit und die Kita-Betreuungszeiten nicht unter einen Hut bekommen. "Andererseits wissen wir von vielen älteren Menschen, dass ihre eigenen Enkelkinder weit entfernt von Spremberg leben", so Erika Nogai. Das Naheliegendste sei also, diese beiden Seiten zusammenzubringen und so auch den Kontakt zwischen den Generationen zu vertiefen.

Die "Wunschgroßeltern" könnten ein wenig die wunderbare Rolle der Großeltern übernehmen, einen Teil ihrer Freizeit mit Kindern verbringen, mit ihnen backen, sticken, lesen… "Kinder brauchen Großeltern. Sie verschenken Zeit mit Liebe und Aufmerksamkeit. Die Kinder lächeln gern zurück - und das ist auch ein Glück für Omas und Opas", erkärt die Koordinatorin der Freiwilligenagentur. Die Idee sei deutschlandweit im Vormarsch. Auch in anderen Städten springen immer mehr jung gebliebene Senioren als Ersatzgroßeltern ein, weil Familien weit entfernt leben.

Wie sich Eltern und Wunschgroßeltern aufeinander einlassen, wie tief ihre Beziehung wird, ist allein ihre Sache. "Von Anfang an muss aber eine klare Grenze abgesteckt sein, wieviel Zeit die Senioren mit den Kindern verbringen möchten."

Die Freiwilligenagentur vermittelt dabei Vorgespräche und organisiert erste Treffen. Anfragen können unter Telefon (03563) 6090321 oder 0173/1788155 gestellt werden.