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| 15:01 Uhr

Wohnungsleerstand
Gewoba will Wohnungen in Welzow abreißen

Welzow. Wohnbereiche „Am Jahnplatz“ und „Am Bahnhof“ werden beobachtet. Von Annett Igel-Allzeit

(ani) Die Gesellschaft für Wohnungsbau (Gewoba) in Spremberg will Wohnungen in Welzow abreißen. Sie hat die Stadt aufgefordert, Fördermittel im Rahmen des Stadtumbauprogramms für den Rückbau zu beantragen. Zwei Beschlüsse haben nun die Welzower Stadtverordneten gefasst. Zunächst stimmten sie einer dritten Änderung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK) der Stadt Spremberg mit Welzow, Tschernitz und Friedrichshain zu. Daraufhin ging auch mehrheitlich durch, dass die Wohngebiete „Am Bahnhof“ und „Am Jahnplatz“ in die Stadtumbaukulisse aufgenommen werden. Sie gehören nach einer „strategischen Zielplanung“ der Gewoba zu den Quartieren, in denen so große wirtschaftliche Defizite bestehen, dass sie einen Rückbau gegenüber dem Fördermittelgeber begründen könnten. Wie Thomas Werner, Leiter des Fachbereiches Bauen in Welzow, den Stadtverordneten erläuterte, bewirtschaftet die Gewoba in Welzow etwa 360 Wohnungen. Sie wurden zwischen 1949 und 1990 gebaut und befinden sich überwiegend in Plattenbauten.

In der Stadt Welzow sei seit dem massiven Abbau von Arbeitsangeboten ein zunehmender Leerstand in den Mietwohnungen zu beobachten. Vor fast genau zehn Jahren hatte Welzow insgesamt 2684 Wohnungen, 300 davon, so Thomas Werner, standen damals leer. „Die Leerstände konzentrierten sich überwiegend auf Mehrfamilienhäuser mit drei bis sechs Wohneinheiten und Wohnblöcke“, sagt Werner.  Bereits 2011 und 2012 waren im Rahmen des Stadtumbaus die Wohnblöcke Berliner Straße 44, 46 und 48, Sportlerweg 8 bis 12 und Straße der der DSF 9 bis 11 abgerissen worden. Doch noch immer liege der Leerstand allein im Gewoba-Bestand in Welzow bei 82 Wohneinheiten.

Selbst wenn die Einwohner in Welzow bleiben, ziehen sie lieber in sanierte Häuser um, das sei ein Trend. „Abgesehen von dieser Sogwirkung müssen wir aber davon ausgehen, dass sich bei weiter sinkenden Einwohnerzahlen und dem hohen Altersdurchschnitt der Mieter auch die Leerstands-Quoten in voll sanierten Wohnhäusern vergrößern“, sagt Thomas Werner.

Ob der Rückbau in den Bereichen „Am Jahnplatz“ und „Am Bahnhof“ tatsächlich kommt und welche Häuser er betreffen wird, betont er, hänge von einer Bewilligen der Fördermittel und davon ab, wie sich die Vermietung dort entwickelt,