Die Umweltverbände BUND und Nabu wollen gegen den Bescheid des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) zur Tötung einer Wölfin aus Brandenburg klagen, kündigten sie am Mittwoch in Erfurt an. Die auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf (Landkreis Gotha) beheimatete Wölfin hatte immer wieder Nutztiere gerissen und sich dabei auch von Schutzvorrichtungen nicht abhalten lassen.

BUND und Nabu wollen am Freitag vor die Presse treten und erklären, warum sie nun den Rechtsweg einschlagen werden, sagte Thüringens Wolfsexperte Silvester Tamás auf RUNDSCHAU--Nachfrage.

Das Umweltministerium hatte den Antrag zum Abschuss nach eigenen Angaben am 18. Dezember gestellt. Das Landesamt hatte unmittelbar vor Weihnachten eine Abschussgenehmigung erteilt. Sie sei auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes erfolgt, hieß es dazu aus dem Ministerium.

Die Ausnahmegenehmigung für die im Amtsdeutsch „letale Entnahme“ der standorttreuen Wölfin nehme den Abschuss des erstmals 2019 am Standortübungsplatz Ohrdruf nachgewiesenen Wolfes ebenfalls in Kauf, betonte Tamás. Mit dem Abschuss der Wölfe wäre die gesamte Thüringer Population erloschen, begründeten sie ihre Entscheidung für das eingereichte Eilverfahren.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Abschusspläne hatten die Umweltschützer den Bauernverband des Landes dafür verantwortlich gemacht. Mit der Tötung des Raubtieres werde sich die wirtschaftliche Situation der Schäfer keinen Deut verbessern, sagte der Nabu-Landesvorsitzende Martin Schmidt. Mehr noch, den Agrarfunktionären sei die Finanzausstattung der Schäfer weitgehend gleichgültig, fügte er hinzu.