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Neuer Expertenbericht
Wölfe wechseln in der Spremberger Region

Ein Wechsel vollzieht sich derzeit bei den Wolfsrudeln in der Umgebung von Spremberg. Wie das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ mitteilt, wurde das Territorium bei Spremberg und im Seenland in den Jahren 2016 und 2017 zunächst noch von den Tieren dieser Rudel genutzt. Inzwischen lassen sie sich aber nicht mehr nachweisen. Dafür erstreckt sich mittlerweile das Territorium des Neustädter Rudels in das ehemalige Spremberger Territorium. Die Mitglieder des Spree-Neiße-Umweltausschusses diskutierten im September 2017 darüber, wie die Wölfe das Gleichgewicht der Natur in der Region verändern: Laut Statistik des Landkreises erlegen die Jäger seit dem Jahr 2010 weit weniger Rehe als zuvor, wozu nach Ansicht mancher Fachleute die Rückkehr der Wölfe beiträgt. Dieser Position widerspricht jedoch der Kreistagsabgeordnete Sascha Fussan (Die Linke): In der Vergangenheit vermehrten sich die Rehe nach seinen Worten vor allem deshalb so stark, weil die natürliche Auslese nicht mehr funktionierte. Die Natur erobere sich nur ihren früheren Wolfskorridor zurück. Laut der Dokumentationsstelle des Bundes zum Wolf gibt es im Land Brandenburg derzeit drei Paare und 22 Rudel, mehr als in jedem anderen Bundesland. In 20 Territorien ließ sich Nachwuchs mit insgesamt 74 Welpen nachweisen. In den Jahren 1990 bis 2018 wurden in Brandenburg 84 Wölfe tot aufgefunden. Auch diese Zahl geht weit über das Niveau anderer Bundesländer hinaus.