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Wo soll neue Spremberger Schwimmhalle stehen?

Spremberg. Die Suche nach einem neuen Standort für eine Schwimmhalle bewegt seit Monaten die Gemüter in Spremberg. Die SPD-Fraktion lud nun für Donnerstagabend in den Schweizergarten zu einer öffentlichen Diskussion ein. Martina Arlt

Nur ein Neubau einer Schwimmhalle mache Sinn, betonte SPD-Fraktionschef Dirk Süßmilch. Das hätten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen ergeben. Was den Stand der Suche nach einem Standort betrifft, sagte er: "Es ist noch nichts in Stein gemeißelt, es ist noch alles offen. So möchten wir heute unsere Ideen mit einbringen und somit haben die Bürger ein Wörtchen mitzureden. Ihre Anregungen und Hinweise können gern mit einbezogen werden."

Die jetzige Halle wurde 1984 erbaut, in den 90er-Jahren saniert. Mittlerweile sind die technischen Anlagen so verschlissen, dass man nur hoffen kann, dass es bei fehlenden Ersatzteilen nicht zur Schließung kommen muss. "Wir sind wirklich froh, dass die Bäder-Mitarbeiter die alte Technik so gut beherrschen, dass sie bei technischen Problemen immer wieder Fingerspitzengefühl zeigen, um die Anlagen am Laufen zu halten", so Dirk Süßmilch.

"Wir haben in Spremberg keine Alternative", sagte Cornelia Koch. Die Fachbereichsleiterin für Finanzen der Stadt nahm an der Diskussion auch als Mitglied des Schwimmvereins teil. "Unsere Schwimmhalle ist in einem sehr miesen Zustand, in den nächsten Jahren muss sich hier etwas tun." Sonst müsse irgendwann die Halle geschlossen werden. Aber Bäder würden die Stadt attraktiv machen. Es seien noch keine Fördermittel für den Neubau in Aussicht. "Doch wir müssen immer wieder in Potsdam auf uns aufmerksam machen, vielleicht durch den Strukturwandel in der Lausitz Fördermittel zu beschaffen", so Cornelia Koch. Auf jeden Fall sollte für den Neubau kommunales Eigentum genutzt werden, um die Kosten nicht noch höher zu schrauben.

In Spremberg sind die Bürger geteilter Meinung, Neubau am jetzigen Standort oder Neubau am Freibad im Kochsagrund. Auf jeden Fall soll es im Rahmen einer sportbetonten Ausrichtung eine Fünf-Bahnen-Halle für Freizeit, Schul- und Vereinssport werden. Geplant ist ein attraktiver Bereich für Kleinkinder, ein Saunabereich mit Außenanlagen - ein sportbetontes Hallenbad mit Freizeitbadelementen.

Der Trend geht mittlerweile hin zum Standort Kochsagrund. Flächen sind vorhanden und das Gelände ist vielleicht auch noch ausbaufähig für sportliche Anlagen. Denn eine Schließung der Halle für mehrere Jahre während der Bauzeit, sollte sie am gleichen Standort entstehen, wäre undenkbar für die Stadt. Die Baukosten für den Neubau im Kochsagrund würden sich auf 14 Millionen Euro belaufen. Auch die Sanierung der Halle mit Erweiterung auf fünf Bahnen mit Saunaanlage würde ähnliche Kosten verursachen. Dabei würden noch Risiken von Mehrkosten bestehen.

Die Spremberger waren sich in der Diskussionsrunde fast einig, es könnte der Standort Kochsagrund werden. Es ist keine Luxus-Variante geplant. Man müsse sich das Objekt leisten können, ebenso die Betriebskosten. So könnte man sich den ersten Spatenstich im Jahr 2019 vorstellen. Die Fertigstellung wäre dann circa 2021/22.