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| 12:36 Uhr

Spremberg
Wo das Braune Langohr ruft

Spremberg. Ein Rekorder in der Gondel einer Windkraftanlage registriert Fledermausaktivitäten in den Sommernächten. Und manchmal wird eine Anlage auch abgeschaltet.

(ani) Auf die Sorge der Spremberger Stadtverordneten und Naturschützer um die Fledermäuse im Stadtwald hat am Freitag auch die WSB Service Deutschland GmbH aus Dresden reagiert. Im Jahr 2009 hatte die WSB Neue Energien GmbH den Windpark I im Spremberger Stadtwald an die Fondsgesellschaft Apere Equity Fund verkauft, die technische Betriebsführung der WSB Service GmbH kümmert sich aber für den Betreiber weiter um den Fledermausschutz. Das versichert Nora Körner, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der WSB Service GmbH.

Seit 2011, so erklärt sie, sei der Betrieb eines Windparks in Brandenburg ohnehin nur noch unter Auflagen zum Schutz von Fledermäusen möglich. „Die Abschaltzeiten werden durch ein mehrjähriges Monitoring begleitet“, erklärt Nora Körner, „dabei werden die Fledermausaktivitäten in Gondelhöhe erfasst“. Und zwar mit einem Batcorder. Das ist ein Datenrekorder, der Fledermausrufe sicher von Windgeräuschen und Grillengesang unterscheiden kann und sie aufnimmt. „Das Gerät“, so die Sprecherin, „zeichnet Fledermausrufe in einer Bandbreite von 16 bis 150 Kilo-Hertz digital auf. Die Aufnahmen werden mit einer speziellen Software analysiert und nach Möglichkeit bis auf die Art identifiziert. Den Einbau solcher Batcorder begleiten wir inzwischen bundesweit.“

Gemäß dem Windkrafterlass des Landes Brandenburg liegen die Abschaltzeiten zum Schutz der Fledermäuse in den Monaten Juli bis September. Denn da sind die  Tiere besonders aktiv. „Durch das Abschalten in den windarmen Nächten lässt sich ein Großteil der Schlagopfer vermeiden“, erklärt Nora Körner den Ansatz.

Zudem laufen Projekte, die die Fledermauspopulation im Raum Spremberg nicht nur schützen, sondern stärken sollen. „Im Windpark I hatten bereits die Projektentwickler in alten Militärbunkern Fledermausquartiere gebaut. Dort“, weiß Nora Körner, „fühlen sich seltene Arten wie das Braune Langohr und die Mopsfledermaus heimisch.“