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| 15:09 Uhr

Spremberg richtet sich auf Zeit nach der Braunkohle ein
Wirtschaftsförderer sieht Nachfrage für Industriepark

Spremberg. Spremberger Firma ASG: Südstrecke wird gebraucht.

Als dringend nötig bezeichnet der technische Geschäftsführer des Wirtschaftsförderers ASG die Südstrecke zum Industriepark Schwarze Pumpe. Roland Peine reagiert damit auf die Kritik in der Konferenz des Bauausschusses am Montag. Bereits jetzt gebe es Anfragen interessierter Firmen für eine Fläche von ungefähr 200 Hektar, erläutert er. „Der Industriepark kann sich nur nach Süden erweitern.“

Der Diplomingenieur Jens Grösel vom Unternehmen PTV Planung Transport Verkehr hatte im Bauausschuss die Prognose für die Jahre 2025 bis 2030 vorgestellt. Demnach könnte die Zahl der Lastwagen im Gebiet des Industrieparks um 1600 Fahrzeuge pro Tag zunehmen, außerhalb im Ernstfall sogar um 3500 Fahrzeuge. Für den technischen Geschäftsführer der ASG handelt es sich bei den Daten um „eine theoretische Maximalbelastung an Schwerlastverkehr“. Nach den Worten von Roland Peine dienen sie dazu, „das logistische Potenzial der südlichen Erweiterung einem Stresstest zu unterziehen“. Er erklärt: „Diese Zahl wird niemals eintreten.“ Vielmehr zieht er das Fazit, dass die geplante Südstrecke dem Verkehrsstrom gewachsen sein wird. Der Grenzbereich werde erst bei den 3500 Fahrten erreicht, die „in keiner Weise untersetzt“ seien.

Neben der Südstrecke entstehen laut der Prognose der Firma PTV weitere Terminals für Lastwagen. Verkehrsschilder sollen die Fahrzeuge so führen, dass sie die Einwohner möglichst nicht beeinträchtigen. Dort setzt jedoch die Skepsis vieler Besucher des Bauausschusses an: Ortsvorsteher Göran Richter (SPD) hatte schon früher darauf hingewiesen, dass sich etliche Fahrer nicht nach den Schildern richten. Enttäuscht zeigte sich die Mehrheit der Gäste aus dem Stadtteil am Montag auch angesichts einer Studie der Verkehrs- und Ingenieurbau Consult GmbH: Demnach gibt es keinen rechtlichen Anspruch auf Lärmschutz für die Nachbarn der Südstrecke. Denn der zulässige Geräuschpegel werde dort voraussichtlich nicht überschritten.