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| 10:16 Uhr

Kohlebergbau
Tagebau Welzow-Süd: Streit um Laufzeit-Verlängerung

Über die Inanspruchnahme dieses Feldes hat die Leag ihre Entscheidung bisher offen gelassen.
Über die Inanspruchnahme dieses Feldes hat die Leag ihre Entscheidung bisher offen gelassen. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Cottbus/Welzow. Das Braunkohleunternehmen Leag hat wie erst jetzt bekannt wurde, im November vorigen Jahres beim Brandenburger Landesamt für Bergbau und Geologie eine Verlängerung des Rahmenbetriebsplanes für den laufenden Tagebau Welzow-Süd beantragt.

Der Rahmenbetriebsplan genehmigt den Tagebaubetrieb über die gesamte Laufzeit und würde für Welzow-Süd 2023 enden. Weil der Abbaubetrieb jedoch in den vergangenen Jahren langsamer vorangekommen sei, als ursprünglich geplant, so Leag-Sprecher Thoralf Schirmer, sei eine Verlängerung bis zum Erreichen der Endstellung der Grube, voraussichtlich um 2030, beantragt worden. „Es gibt dabei keine Änderung der genehmigten Abbaugrenzen“, so Schirmer.

Die Grüne Liga kritisierte den Antrag nun und bezeichnete ihn als „nicht genehmigungsfähig“. Sie bemängelt unter anderem, dass in dem Antrag keine Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft, also der Rekultivierung geregelt sei. Die bisher festgelegte Grenze des Tagebaufeldes käme außerdem vorhandener Wohnbebauung zu nahe.

Leag-Sprecher Thoralf Schirmer verweist darauf, dass eine Rekultivierungsplanung erst dann notwendig sei, wenn klar ist, in welcher Endstellung die Grube beendet wird. Noch liegen Pläne für eine Fortführung des Abbaus in einem Teilfeld Welzow-Süd II vor. Über die Inanspruchnahme dieses Feldes hat die Leag ihre Entscheidung bisher offen gelassen.

Brandenburger Kohlegegner haben die Landesregierung aufgefordert, dem Tagebau Welzow-Süd II eine endgültige Absage zu erteilen. Der Antrag der LEAG, die Förderung in Welzow Süd I bis 2030 zu verlängern, bedeute, dass dort genügend Kohle vorhanden sei, um bis Mitte der 2040er Jahre die umliegenden Kraftwerke zu versorgen, sagte der Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Carsten Preuß in Potsdam. Die Bergbauunternehmen hätten in der Vergangenheit wiederholt mit zu hohen jährlichen Fördermengen argumentiert, die in der Realität offenbar selten erreicht wurden. Dadurch sei die Reichweite des Tagesabaus systematisch unterschätzt worden.

(sim)