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| 19:01 Uhr

Spremberg
Papierfabrik sucht 45 Umschüler

Papierfabrik sucht neue Mitarbeiter: Zur ersten Informationsveranstaltung kamen viele interessierte Arbeitsuchende und Arbeitnehmer.
Papierfabrik sucht neue Mitarbeiter: Zur ersten Informationsveranstaltung kamen viele interessierte Arbeitsuchende und Arbeitnehmer. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg. Mehr als 150 Interessierte erleben die Auftaktveranstaltung in Spremberg. Annett Igel-Allzeit

Bei 7,3 Prozent hat im März die Arbeitslosenquote in Spremberg gelegen. Doch das Interesse an sicheren und gut bezahlten Arbeitsplätzen bleibt hoch. Das zeigen die ersten Informationsveranstaltungen der Hamburger Rieger GmbH. Im Sommer 2020 will das Unternehmen die  zweite Papiermaschine im Industriepark Schwarze Pumpe starten. Dafür braucht sie 45 Menschen, die sich zu Papiertechnologen umschulen lassen. Am Freitag im Hotel Georgenberg besuchten 150 Männer und Frauen die Infoveranstaltung, im Berg­schlösschen am Samstag waren es 110 Interessierte. Arno Liendl, seit 2016 Werkleiter der Papierfabrik, und Personalleiterin Doreén Wächtler haben Vertreter des Eigenbetriebes Grundsicherung und der Agentur für Arbeit mitgebracht. Sie ermutigen aber auch alle, die bereits in Arbeit sind, zur Umschulung.

Technisches Verständnis, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft zu Schicht- und Wochenendarbeit sollte ein Umschüler, eine Umschülerin mitbringen. Gute Noten in Mathe, Chemie und Physik sind von Vorteil, eine erste abgeschlossene Ausbildung in einem technischen Beruf noch besser. Und die Übernahme als Papiertechnologe sei garantiert, wenn nach 22 Monaten Umschulung die Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer erfolgreich geschafft wird. Doreén Wächtler hatte noch mehr zu bieten: tarifgebundene Bezahlung, Aufstiegsmöglichkeiten, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Zuschläge bei Wochenend-, Feiertags- und Nachtarbeit. „Und Überstunden, die auch in unserem Unternehmen nicht ausbleiben, bezahlen wir oder bieten den Freizeitausgleich“, so die Personalchefin. Die Wasserspender und das frische Obst erwähnt sie und die Sportgruppen. „Wir haben inzwischen Gruppen im Fußball, im Wandern, im Bowling, im Volleyball“, zählt sie auf.    

Die 22 Wochen Theorie in der Umschulung sollen im Papierzentrum Gernsbach im Schwarzwald laufen. Elfmal 14 Tage am Stück mit Unterricht auch am Samstag, sagt Liendl. „Die Paxis soll möglichst in Spremberg gesichert sein. Wir wollen Sie nicht zu lange von Ihren Familien trennen, wollen Sie in der Region halten, Ihnen hier eine sichere Perspektive bieten“, so der Werkleiter.

420 Millionen Euro haben Hamburger Rieger, Dunapack Spremberg und das eigene Kraftwerk Spree-Recycling bereits in die Hand genommen und 500 Arbeitsplätze geschaffen. Mit weiteren 370 Millionen Euro sollen weitere 185 Arbeitsplätze und 15 Ausbildungsplätze entstehen. Arno Liendl hält ein weißes Blatt hoch: Um dieses Papier gehe es. Auf mehr als eine Million Tonnen weiße Wellpappe-Rohpapiere will die Papierfabrik ihre Produktion erhöhen und es in die Top 5 der Papierhersteller Deutschlands schaffen. Jede dritte Gipskartonplatte, die in Deutschland verbaut wird, so Arno Liendl, werde bereits mit Papier aus Spremberg produziert.

Es gibt Fragen – zum Gehalt, zur Umschulungsvergütung, zum Urlaub. Bis zu 55 Jahre können Bewerber für die Umschulung sein. Schon bei der ersten Suche nach Personal, als die Papierfabrik in Spremberg gestartet war, hatte sich die gesunde Mischung bewährt. „Nur bei den Frauen müssen wir ein bisschen aufholen“, ermutigt Doreén Wächtler die Besucherinnen. Pressesprecher Horst Schmöche erinnert sich an die erste Umschulung zum Papiermacher. 25 Männer waren das aus der Lausitz, die in Gernsbach im Jahr 2005 mit dem Klassendurchschnitt von 2,2 im Theorie-Abschluss überraschten. „Fast alle arbeiten noch im Unternehmen“, sagt er. „Na ja, ein paar sind inzwischen in Rente.“