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| 12:39 Uhr

Lausitzer Wirtschaft
Mattes Solarglas aus Tschernitz

Tschernitz. GMB setzt auf ein neues Verfahren. Die Innovation könnte auch an Flughäfen stehen. Von Jürgen Scholz

Das neue Deflect-Glas reflektiere das Licht wie ein unglasierter Dachziegel – „also so gut wie gar nicht“, erklärt Geschäftsführer Torsten Schroeter, der mit Karsten Süß in der Glasmanufaktur Brandenburg GmbH (GMB) nun auch wieder einen kaufmännischen Geschäftsführer zur Seite hat. Vorgestellt werden soll das neue Solarglas auf der Intersolar. Die Leitmesse der Branche findet von 20. bis 22. Juni in München statt. Mit dem Deflect-Solarglas könnten Flächen genutzt werden, die wegen der Reflexion bislang tabu waren – Randbereiche von Flughäfen zum Beispiel, aber auch Dachflächen, die wegen der Blendwirkung auf Nachbarn bislang nicht für Solaranlagen genutzt werden konnten. Gestartet werden soll mit einer Produktion von 20 000 bis 30 000 Quadratmetern, Schroeter geht aber von einem Potenzial von mehreren Millionen Quadratmetern im Jahr aus.

Möglich macht es eine neue Beschichtungsanlage, die rund eine halbe Million Euro kostete. Die Beschichtung werde nicht mehr aufgewalzt, so Schroeter, ohne konkreter zu werden. Die Technologie sei „in dieser Form einmalig“. Damit könnten auch stark strukturierte Gläser beschichtet werden, die zunehmend von Gewächshausherstellern gefragt werden.

Mit einer Wärmerückgewinnungsanlage will die GMB sich vom Heizhaus verabschieden und sowohl Wärme als auch Kälte für Räume und Produktion nutzen. Bislang wird die Abwärme bei der Herstellung durch den Schornstein gejagt. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 288 Mitarbeiter.