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| 12:39 Uhr

Klare Spree
Frisches Wasser aus der Tiefe für den Spreewald

Wasser aus der Grube. Projektleiter Thomas Schumann hat mit seinem Team in Rekordzeit ganze Arbeit geleistet.
Wasser aus der Grube. Projektleiter Thomas Schumann hat mit seinem Team in Rekordzeit ganze Arbeit geleistet. FOTO: LR / Jan Siegel
Schwarze Pumpe. Das hat man nicht alle Tage. Das Lausitzer Energieunternehmen Leag hat den Neubau einer hochmodernen Grubenwasser-Behandlungsanlage im Industriepark Schwarze-Pumpe sechs Monate früher fertiggestellt als ursprünglich geplant. Davon profitieren viel Lausitzer. Von Jan Siegel

Dass die Lausitz und der Spreewald im Dürresommer 2018 nicht auf dem Trockenen gesessen haben, ist tatsächlich auch den Braunkohletagebauen zu verdanken. Das klingt absurd, entspricht trotzdem aber den derzeitigen Gegebenheiten.

Der Bergbau hat in den zurückliegenden sieben Jahrzehnten den Lausitzer Wasserhaushalt nämlich grundlegend verändert. Weil die Tagebaue nur betrieben werden können, wenn Grund- und Tiefenwasser abgepumpt werden, ist das Wassermanagement existenziell für den Kohleabbau. Riesige Pumpen und Leitungssysteme sorgen dafür, dass die Bergleute keine „nassen Füße“ bekommen. Die Wassermengen, die dabei rund um die Uhr aus der Tiefe der Lausitz gehoben werden sind enorm.

Wasser für die Spree

In Schwarze Pumpe hat jetzt – ein halbes Jahr vorfristig – eine komplett neue Grubenwasser-Reinigungsanlage ihren Betrieb aufgenommen. Das Bauwerk, das eine Uralt-Anlage aus den 1950er-Jahren ersetzt sorgt dafür, dass das Grubenwasser auf moderne Art und Weise aufgearbeitet werden kann.

Rund zehn Millionen Euro hat das Bergbau- und Energieunternehmen Leag in die neue Anlage investiert. Mit ihr können unterschiedliche Wasserqualitäten für verschiedene Verwendungszweck aufbereitet und verteilt werden. Davon profitieren beispielsweise das Kraftwerk Schwarze Pumpe und die Papierfabrik Hamburger Rieger im Industriepark. Die Anlage aber sichert auch die Trinkwasserversorgung für Tausende Haushalte in der Lausitz und sie sorgt dafür, dass die Spree auch in Dürrejahren genügend Wasser hat.

Pluspunkt der neuen Anlage ist ihre Leistungsfähigkeit. Mit einer ausgeklügelten Bekalkung und Belüftung kann nicht nur der PH-Wert des zunächst sauren Grubenwassers angehoben, sondern auch der tückische Eisen-Gehalt des Wassers reduziert werden. Starke Eisenausfällungen sorgen seit Jahren für das Phänomen der „braunen Spree“ und müssen aufwändig aus dem Flusswasser gefiltert werden.

Weniger Kalkmilch

„Die neue Anlage ermöglicht uns im Behandlungsprozess weniger Kalkhydrat einzusetzen, wodurch die Gesamt- und die Karbonathärte des aufbereiteten Wassers verringert werden kann", sagt Projektleiter Thomas Schumann. Der Leag-Chemie-Ingenieur hat mit seinem Team beim Bau der neuen Anlage ganze Arbeit geleistet. Insgesamt haben sie 2700 Meter Rohrleitungen verlegt und 3100 Kubikmeter Beton in der neuen Anlage verbaut. Dabei musste die Grubenwasserreinigung während der gesamten Bauphase über die bestehende Anlage parallel weiter gesichert werden.

Aktuell läuft an den Bauwerken die technische Optimierungsphase. Bis Anfang Dezember soll diese abgeschlossen sein. Anschließend müssen nur die alten Anlagenteile der bisherigen Wasseraufbereitung zurückgebaut werden.