ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:46 Uhr

Wirbel um Idee für Sport-Nachwuchs

Spremberg. Mit einem kleinen Vorschlag bricht der CDU-Stadtverordnete Andreas Bränzel eine Debatte über den Vereinssport in Spremberg vom Zaun. Dabei wünscht er sich nur eines: mehr Erfolg für die Mannschaften der Stadt. René Wappler

Es kommt selten vor, dass die Spremberger Bürger geradezu neidisch auf Nachbarstädte wie Forst schauen. Doch der CDU-Stadtverordnete Andreas Bränzel gibt umumwunden zu: "Uns fehlt - anders als zum Beispiel den Forstern - die sportliche Qualität im Fußball." Er belässt es nicht bei dieser Kritik. Sein Vorschlag lautet: Gerade jetzt, da die Stadt Spremberg mit einem angespannten Haushalt kämpfen muss, könnten die Vereine doch ihre Nachwuchsarbeit in vielen Bereichen zusammenfassen. Gewünschter Nebeneffekt: Mehr Erfolg, weniger finanzieller Aufwand. Zumindest in den Augen von Andreas Bränzel. "Wir haben in Spremberg sechs Fußballvereine", sagt er. "Und die Mannschaften sind schon jetzt nicht mehr vernünftig vollzukriegen."

Allerdings trifft seine Idee auf eine gehörige Portion Skepsis. So gibt Klaus-Dieter Peters (Pro Georgenberg) zu bedenken: "Das Problem liegt doch darin begründet, dass viele Vereine historisch gewachsen sind, auf ihre Geschichte pochen und sie verteidigen." Benny Blatz (SPD) erklärt: "Ich fürchte, dass auf lange Sicht diejenigen Vereine kein Geld mehr bekommen würden, die keine Jugendarbeit betreiben können - und das würde letztlich doch zu der einen oder anderen Schließung führen."

Unterdessen sagt CDU-Fraktionschef Hartmut Höhna: "Natürlich wollen wir mit Zuschüssen auch zu guten sportlichen Ergebnissen gelangen, und dass Forst und Burg beispielsweise besser sind als Spremberg, freut mich nicht unbedingt."

Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) erinnert sich: "Wir hatten genau dieses Thema schon mal im Jahr 2003 angesprochen." Damals sei die Diskussion zwar ohne Konsequenzen geblieben - was ihn aber nicht davon abhalte, die möglichen Folgen einer Fusion in der Nachwuchsarbeit von Sportvereinen noch einmal näher zu beleuchten.

Eines stellt Andreas Bränzel schließlich noch einmal klar: "Es geht mir keineswegs darum, Vereine aufzulösen. Mir tun eher die Jungs auf dem Spielfeld leid, die ständig verlieren - und das ließe sich wohl mit einer konzentrierten Nachwuchsarbeit ändern."

Der Vorschlag von Andreas Bränzel zur Fusion der Nachwuchsförderung kommt keineswegs aus heiterem Himmel. Denn der Fußballkreis Niederlausitz befasst sich schon lange mit den Konsequenzen des Einwohnerschwunds in der Region. Und es war der Vorsitzende des Jugendausschusses, David Bohrisch, der vor wenigen Wochen feststellte: Die Zukunft im Nachwuchsbereich könne nur in der Bildung von Spielgemeinschaften liegen.

Deshalb liegt es nahe, dass der Spremberger Bürgermeister noch einmal prüft, wie die Chancen für eine gebündelte Nachwuchsarbeit der Sportvereine in der Stadt stehen. Verständlich, dass der erste Reflex aus Abwehr besteht. Doch das kann nicht das letzte Wort sein.

Zum Thema:
Der Hauptausschuss der Stadt Spremberg hat am Montagabend einer Vorlage zugestimmt, nach der dem Sportclub 1896 ein Zuschuss von jährlich 26 000 Euro für Betriebskosten und Personal gewährt wird - neben einem Investitionskosten-Zuschuss von 3500 Euro. Der Bürgermeister wird zudem ermächtigt, den jährlichen Zuschuss um 3000 Euro zu erhöhen, wenn der Verein die Notwendigkeit nachweisen kann.