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| 19:00 Uhr

Unterwegs auf 226 Kilometern
Winterdienst rüstet sich für Kälte

Olaf Lalk, Frank Kuckert und Harald Altekrüger (von links) besuchten in dieser Woche die Straßenmeisterei in Spremberg.
Olaf Lalk, Frank Kuckert und Harald Altekrüger (von links) besuchten in dieser Woche die Straßenmeisterei in Spremberg. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Die Mitarbeiter der Spremberger Straßenmeisterei besitzen bereits ihren Einsatzplan. Von Rene Wappler

Für den Winter haben die Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei vorgesorgt. An ihrem Standort in Spremberg lagern bereits 200 Tonnen Streusalz für Einsätze bei Schnee und Glätte. Wie Landrat Harald Altekrüger (CDU) mitteilt, steht der Einsatzplan auch schon fest. Demnach werden sich die Fachleute um Kreisstraßen auf einer Länge von 205 Kilometern kümmern. Hinzu kommen 21 Kilometer Radwege. Dafür haben die Mitarbeiter des Landkreises ein neues Schneeräumschild angeschafft und den Turm renoviert, in dem das Streusalz lagert.

Die technische Abnahme für alle Einsatzfahrzeuge wird am 5. und 6. November folgen. Fünf dieser Fahrzeuge können im Ernstfall gleichzeitig im Landkreis unterwegs sein, wie der Landrat erläutert. „Das war im strengen Winter der Jahre 2010 und 2011 tatsächlich mal für kurze Zeit nötig“, sagt er.

„Allerdings gehen wir eher davon aus, dass uns jetzt eher ein normaler Winter bevorsteht.“ Der Klimawandel berühre die Arbeit am Spremberger Standort „noch nicht direkt“, merkt Harald Altekrüger an.

Der Schwerpunkt der Straßenmeisterei befindet sich im Süden der Spree-Neiße-Region. Das berichtet der zuständige Dezernent Olaf Lalk. „In der Gegend um Guben konzentrieren sich hingegen eher wenige Kreisstraßen“, erklärt er. Der Landkreis berücksichtige diesen Umstand, indem er in entfernteren Regionen weitere Firmen beauftrage, deren Mitarbeiter nur drei bis fünf Kilometer zum jeweiligen Einsatzort fahren müssen.

Seit fünf Jahren richten sich die Fachleute der Spremberger Kreisstraßenmeisterei nach einem professionellen Wetterprogramm. Wie Sachgebietsleiter Frank Kuckert erläutert, lässt sich damit die aktuelle Situation im Viertelstundentakt genau beobachten. „Zugleich kann ich damit den Winterdienst bis zu acht Tage im Voraus planen“, sagt er. Bei einer Prognose für die nächsten zwei bis drei Tage biete der Wetterdienst sogar eine Trefferquote von 97 Prozent.

Außerdem experimentieren die Fachleute des Landkreises seit drei Jahren mit einer neuen Technologie. Dabei handelt es sich um reine Tausalzlösungen, die auf die Straßen gesprüht werden.

Nach den Worten von Frank Kuckert lässt sich so Geld sparen, weil eine geringere Menge nötig ist und der Tauprozess schneller beginnt. „Allerdings wirken die Lösungen nur bei relativ geringer Kälte, die bis zu fünf Grad minus reicht.“ Das Verfahren heißt in der Expertensprache „Feuchtsalztechnologie 100“.

14 Mitarbeiter zählen zur Straßenmeisterei des Landkreises in Spremberg. Ihr Standort liegt in der Bregenzer Straße, wo auch die Fahrzeuge und der Salzsilo stationiert sind. Falls es im Winter zu einer extremen Wetterlage kommt, gehen die Mitarbeiter zu einem Drei-Schicht-System über. Im Normalfall teilen sie sich jedoch eine oder zwei Schichten.

Für die Lieferung von Streusalz arbeiten die Angestellten des Landkreises inzwischen mit einer Firma zusammen, die nach den Worten von Dezernent Olaf Lalk „auch zuverlässig ist, wenn mal Nachschub nötig wird“. Denn bisher habe es nie an finanziellen Problemen des Kreises gelegen, wenn der Winterdienst kaum mit dem Räumen hinterher kam, sondern vielmehr an Lieferengpässen. Dieses Risiko will der Dezernent künftig vermeiden.

In manchen Gegenden des Spree-Neiße-Kreises gestaltet sich der Winterdienst besonders schwierig, wie Straßenmeister René Wasilewski berichtet. „Bei Bademeusel erleben wir es regelmäßig, dass die Schneedecke höher liegt als in Spremberg und anderen Orten“, sagt er. „Auch die Temperatur sinkt dort oft stärker.“

Mitunter geraten die Mitarbeiter der Straßenmeisterei bei ihren Einsätzen selbst ungewollt auf Abwege. So mussten sie vor fünf Jahren in Groß Luja ein Fahrzeug aus ihrem eigenen Bestand bergen. Es war beim Winterdienst wegen der Glätte von der Straße abgekommen. „So etwas kommt ab und zu mal vor“, sagt Dezernent Olaf Lalk.

Für die Zukunft rechnen die Mitarbeiter des Landkreises damit, dass sie den Salzsilo gegen eine Lagerhalle austauschen werden. Ihr Material soll ebenfalls aus Holz bestehen, das sich für die Aufbewahrung des aggressiv wirkenden Salzes besonders gut eignet.