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| 15:19 Uhr

Für Wanderer und Radfahrer
Neue Technik hilft Radfahrern und Wanderern in der Lausitz

Touristiker wie Marco Wentworth werben für den Einsatz digitaler Karten bei der Routenplanung.
Touristiker wie Marco Wentworth werben für den Einsatz digitaler Karten bei der Routenplanung. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Mitarbeiter der Tourismusbranche setzen stärker auf Software für Mobiltelefone zur besseren Routenplanung für Radwanderer in der Lausitz. Eine Idee dabei kommt aus den Niederlanden.

Mit Hilfe neuer Technik kann jeder Tourist seine Strecke fast metergenau vermessen. Darauf reagieren die Mitarbeiter aus der Branche, indem sie Routen für Mobiltelefone bereitstellen. Auch die Spremberger Touristinformation schließt sich dem Trend an.

Viele Besucher verwenden inzwischen Google Maps, um sich in der Region zurechtzufinden. Das berichtet Marco Wentworth von der Touristinformation am Spremberger Markt. Gegenüber herkömmlichen Karten bietet Software Vorteile. Sie wird regelmäßig aktualisiert, reagiert auf aktuelle Umleitungen und Staus und kann die aktuelle Position des Reisenden anzeigen. Das nutzen die Touristiker. So tragen die Spremberger Fachleute die Routen der Radwege in einem Portal namens GPSies ein. Das kostenlose Angebot einer privaten Initiative aus Berlin hilft Wanderern und Radfahrern beim Navigieren mit dem Mobiltelefon.

Solche Programme tragen dazu bei, dass die Zahl der Touristen sinkt, die Landkarten ausbreiten oder Einheimische nach dem Weg fragen müssen. Trotzdem werden herkömmliche Hilfsmittel auf absehbare Zeit nicht aus dem Tourismus verschwinden. Marco Wentworth sagt: „Ich selbst habe mein Navigationsgerät zwar ständig dabei, aber auf einigen Wegen richte ich mich doch lieber nach Schildern an der Straße.“

Mit GPS-Technik haben die Mitarbeiter des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland die Radwege in der Region vermessen. Geschäftsführerin Kathrin Winkler erläutert: „Wir sind auf diese Weise auf allen Tagestouren entlanggefahren.“ Sie verweist auf das System der Knotenpunkte, an dem sich der Spree-Neiße-Kreis beteiligen will. Die Idee dafür stammt aus den Niederlanden. An jeder Kreuzung von Radwegen soll die Nummer des jeweiligen Knotenpunkts stehen, gut sichtbar auf der Spitze eines Wegweisers, in weißer Schrift auf rotem Grund.

Andrea Tiffe vom Berliner Büro für Tourismus und Radverkehr „Radschlag“ nannte in einer Präsentation für den Landkreis die möglichen Vorteile dieses Systems. Es eigne sich für dichte Radwegnetze, lasse eine beliebige Planung von Routen zu, biete ortsfremden Gästen zusätzliche Orientierung und gebe den Touristen die Chance, spontan eine neue Strecke zu erkunden.

Kathrin Winkler vom Tourismusverband Lausitzer Seenland sagt dazu: „Mit Hilfe dieser Wegweiser bewegen sich die Gäste einfach von Nummer zu Nummer, und Gastronomen können viel einfacher Tagestouren zusammenstellen.“

Schon jetzt enthalten die Karten, die der Tourismusverband an seinen Strecken aufstellt, QR-Codes. Das Wort QR steht für „Quick Response“, auf Deutsch „schnelle Antwort“. Dieser Code enthält weitere Informationen zur Strecke, die nach dem Abfotografieren auf dem Mobiltelefon bereitstehen.

Zwar wäre es theoretisch bereits möglich, die klassischen Wegweiser durch Schilder mit digitaler Anzeige zu ersetzen, die sich ferngesteuert aktualisieren lassen. Doch in der Praxis dürfte dieses System nicht funktionieren, wie Kathrin Winkler zu bedenken gibt. „Wir finden ohnehin schon dauernd beschädigte Schilder vor, weil sich irgendwelche Randalierer austoben“, sagt sie. „Die Kosten würden wohl ins Unermessliche steigen.“