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| 16:40 Uhr

Hort auf Berufserkundung
Wiener Würstchen einfach mal selber machen

Die Hortkinder aus Sellessen wollten in der Fleischerei alles ganz genau wissen.
Die Hortkinder aus Sellessen wollten in der Fleischerei alles ganz genau wissen. FOTO: Detlef Bogott
Spremberg. Hortkinder aus Sellessen befassen sich mit Berufen – und wollen in der Fleischerei Kadach alles ganz genau wissen.

Im Rahmen des Ferienprogramms besuchten die Kinder des Hortes ,,Kinderwelt“ in Sellessen / Haidemühl bereits die Spremberger Polizeiwache, die Gärtnerei Golnick in Muckrow und das Sägewerk Noack in Sellessen. Schließlich ging es um Berufe. Ein weiteres Ziel  war nun die Fleischerei Kadach.

Fleischermeister Per Kadach und Frau Beate, die das Unternehmen in fünfter Generation führen, erwarteten die Kinder schon. Vor dem Rundgang durch die Produktionsstätten gab Per Kadach auch einen kleinen geschichtlichen Abriss der Fleischerei, die es seit mehr als 200 Jahren an der alten Stadtmauer gibt. Urgroßvater Wilhelm August begründete dort die lange Handwerkstradition als er am 3. Oktober 1846 das Geschäft von Fleischermeister Sturm übernahm. Per Kadach hat sie von Vater Werner Kadach übernommen. Im Jahr 2001 konnte der moderne Produktionsbetrieb im Neudorfer Weg eingeweiht werden. Eine so lange Familientradition - davon waren die Kinder beeindruckt.

Dann ging es in zwei Gruppen zu einer Betriebsführung. Nach dem Desinfektionsraum standen alle vor einem halben Schwein, welches am Haken hing. Rinder dagegen werden in vier Teile angeliefert, denn die sind viel schwerer als Schweine. Und schon wurde Per Kadach mit Fragen gelöchert. So gut wie alles wird verarbeitet, erklärte der Fleischermeister, bevor weitere Fragen und Hinweise auf ihn einprasselten. Welches Fleisch besonders gut schmeckt, wollte Joel Liebeherr wissen und erfuhr, dass es das Filetstück sei. Dieses Stück ist aus einem sehr strapzierter Muskel, erklärte Per Kadach.

Dann ging es weiter an den unterschiedlichsten Maschinen vorbei. Vor der Abschwartemaschine staunten die Kinder nicht schlecht, als dem Schweinefleisch regelrecht die Haut abgezogen wurde. Per Kadach erklärte, dass aus Teilstoffen der Haut Gelantine gewonnen wird und fragte die Kinder, wo diese enthalten ist? Stirnrunzeln. „Na, in Gummibärchen zum Beispiel.“ „Das fetzt ja“, murmelt einer der Jungen. „Was passiert mit der Haut kommt?“, kam promt die Frage. „Die wird abgegeben“. erklärte Per Kadach. „Daraus entsteht Leder.“

In einer anderen Maschine, die sich Cutter nennt, wurde eine glibbrige Masse durchgeknetet. „Damit werden Bratwürste oder Wiener gefüllt“, erklärte der Fleischermeister, der am Cutter steht. Riesig war auch der  Fleischwolf nebenan. Friederike Brose staunte über die vielen Wurstsorten, die jeden Tag produziert werden. Dann kippte ein großer Behälter die zubereitete Masse in einen Trichter. Am unteren Ende presste eine Maschine die Masse in Kunstdärme. Der Fleischer sorgte dafür, dass jede Wiener gleich lang wurde. Nun konnten die Jungen und Mädchen selbst versuchen, die Wiener nach der Befüllung abzubinden.

Bevor Per Kadach noch alle anderen Räume zeigte, wurden die riesigen Kühlräume begutachtet. Und zum Abschluss gab es noch für jeden eine heiße Wiener, die  frisch aus dem Behälter kam.

Der Versandraum, von wo aus die Wurst- und Fleischwaren in die acht Filialen gebracht werden, und die hauseigene Küche waren dann die letzten Sehenswürdigkeiten des Betriebes. Für alle 22 Kinder war es ein sehr erlebnisreicher Rundgang. Und von Beate Kadach gab es vor der Abreise noch ein Geschenk für jeden.  

(dbo)