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| 18:47 Uhr

Spremberg
Wie das Leben im Krieg weiterging

Spremberg. Die Sonderausstellung „Heimatfront“ im Niederlausitzer Heidemuseum ist eröffnet.

Der freie Historiker Ralf Gebuhr aus Berlin hat im Festsaal des Niederlausitzer Heidemuseums in die neue Sonderausstellung ,,Heimatfront – Der Erste Weltkrieg und seine Folgen für die Region" eingeführt. Seit Jahren befasst er sich mit dem Thema. Über die damalige technische Entwicklung wie kulturhistorische Ereignisse hat er geforscht. Mit der neuen Ausstellung soll die Not im Spree-Neiße-Kreis während des Ersten Weltkrieges verdeutlicht werden.

Bis Mitte August ist die Sonderausstellung im Kulturschloss zu sehen. Schon zur Eröffnung kamen zahlreiche Besucher, unter ihnen Bürger, die die Ausstellung mit Leihgaben unterstützt haben – wie die Sprembergerin Anita Tabel, Ralf Peter Tiegs vom Münzstübchen, Steffen Schröter von der Feuerwehr und der Sammler Gisbert Mickan. Auch die beiden Cottbuser Hubertus Weber und Michael Max unterstützen die Ausstellung. Leihgaben kamen von der Evangelischen Kreuzkirchengemeinde Spremberg, dem Dorfmuseum Sacro und von der Sorbischen Webstube in Drebkau.

Die Ausstellung zeigt nicht nur Pickelhaube, Fotos, Notgeld, Plakate. So sind zwei Bücher des in Spremberg geborenen Schriftstellers und Arztes Dr. Theodor Malade ausgestellt, der über seinen ersten Frontaufenthalt berichtete. Dass der Maler, Kulturwissenschaftler und Turnlehrer Franz Waldmann im Gasthaus „Zur Sonne“ damals seine Bilder ausstellte, dafür gibt es Dokumente. Auf einem Plakat ist groß zu lesen ,,Da kam der Hindenburg". Er kam nicht selbst, aber das Schauspiel lief im Gesellschaftshaus.

Die Ausstellungsexponate von Anita Tabel erzählen vom Tod zweier Familienmitglieder. Gisbert Mickan ist für seine umfangreiche Sammlung von Historischen Büchern, Abzeichen, Ansichtskarten und Auszeichnungen deutschlandweit bekannt. Der Besucher sieht, wie die Preise an der Heimat stiegen und in der Lausitz die Lebensmittel rationiert wurden. Der Besucher kann den alten Mittelpunktstein begutachten, der mit dem Ende des Ersten Weltkrieges seine Gültigkeit verlor. Kraftwerker lesen, wie es kam, dass das Kraftwerk Trattendorf ab 1917 Strom liefern konnte.