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| 01:05 Uhr

Wider das Vergessen der Nazi-Verbrechen

Spremberg.. Harry Hartung (80), einer der wenigen, die das Konzentrationslager Dora-Mittelbau bei Nordhausen lebend verlassen konnten, gehörte gestern auf dem Spremberger Georgenberg zu denen, die am eigenen Leibe erfahren haben, welches Elend die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten über die André Kurtas

Menschen gebracht hat. Und der nicht nachlässt zu mahnen, dieses düsterste Kapitel deutscher Geschichte nicht zu vergessen, nicht zu verharmlosen. Die Gefahr, dass auf dem Georgenberg ein Frundsberg-Heldenfriedhof entstehen könnte, sieht er nicht gebannt. Zu groß sei die Zahl derer, die die Verbrechen der Nationalsozialisten kleinreden. Auch der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins und Stadtverordnete Andreas Lemke verdeutlichte beim gestrigen Gedenken am Mahnmal für die Opfer des Faschismus, dass in Spremberg immer wieder Bestrebungen der Geschichtsklitterung auszumachen seien. „Ob es um die Glorifizierung der sinnlosen Kämpfe der Einheiten der Blutgeneräle Schörner und Harmel im April 1945 bei Spremberg, um die Gleichsetzung von Opfern des Faschismus und Stalinismus oder um die Bezeichnung der Speziallager des NKWD als Vernichtungslager geht, bei einigen im öffentlichen Leben stehenden Personen von Spremberg gibt es da einen enormen Bedarf an geschichtlichem Nachhilfeunterricht“ , so Lemke. Er rief dazu auf, in Deutschland nie wieder Unfreiheit, Intoleranz, Rassismus, Fremdenhass und Antisemitismus zuzulassen.
Die PDS-Landtagsabgeordnete und Stadtverordnete Birgit Wöllert appellierte, dass es nicht noch einmal passieren dürfe, dass eine so große Masse von Menschen schweige, wenn Menschen im Namen von Menschen derartiges Unrecht tun. Auf Vorschlag des SPD-Ortsvereins und des PDS-Ortsvorstandes hatte sich die Stadt Spremberg entschlossen, sich am gestrigen Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus dem landes- ja weltweiten Gedenken anzuschließen. Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU) legte gemeinsam mit Elke Franke (PDS), Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, am Mahnmal für die Opfer des Faschismus, an der sowjetischen und der deutschen Kriegsgräberstätte Kränze nieder. Im Gegensatz zu SPD und PDS, die mit Abordnungen, Kränzen und Blumen zum Gedenken gekommen waren, zeigten sich außer dem Bürgermeister keine namhaften CDU-Vertreter. (gb)