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| 01:03 Uhr

Wettlauf um die Köpfe schon längst gestartet

Hoyerswerda/Bautzen.. „Auch wenn sich viele Firmenchefs heute noch gar nicht so stark mit der Zukunft ihrer Unternehmen beschäftigen: Wer sich jetzt nicht um den Fachkräfte-Nachwuchs bemüht, wird in einigen Jahren enorme Wettbewerbsnachteile in Kauf nehmen müssen“ , glaubt Arbeitsamtschef Kathleen Weser

Dr. Günter Irmscher bereits zu wissen. Der Blick auf den Lebensbaum der Lausitz und die Arbeitnehmer-Struktur in den heimischen Betrieben stützt seine Prognose.
Wirtschaftsexperten sagen auch der hiesigen strukturschwachen Region schon in wenigen Jahren einen akuten Fachkräftemangel voraus. Erfahrene Arbeitnehmer scheiden zunehmend aus dem Berufsleben aus. Gut ausgebildete junge Leute ziehen derzeit, nicht zuletzt wegen gravierender materieller Nachteile, der Arbeit dorthin nach, wo sie gut bezahlt wird. Die großen Unternehmen - wie Vattenfall - sorgen deshalb vor. Sie setzen schon sehr gute Konzepte um, um ihren Fachkräftebedarf langfristig zu sichern, erklärt Irmscher. Vattenfall beginnt auch in der Lausitz bereits, junge Leute schon sehr früh an den Konzern zu binden. Mit Praktika als Einstieg und gezielter Unterstützung vom beruflichen Werdegang über eine Kombination von akademischer und fachbezogener Qualifikation. Die kooperative Ingenieurausbildung ist so ein Mittel zum Zweck, zeigt der Bautzener Arbeitsamtschef jungen Leuten einen Weg zu zukunftsträchtigen und vor all em sicheren Jobs mit Anspruch und entsprechendem Einkommen.
Denn knausrig zeigen sich die Firmen auch in Regionen mit niedrigem Lohnniveau nicht. „Einige stellen sich gezielt darauf ein, dass der gute Kräftenachwuchs schon jetzt auswählen kann, wo er arbeiten möchte“ , versichert Dr. Günter Irmscher. Vattenfall bietet auch deshalb Praktika in Größenordnungen an, sagt er. Die Fachhochschule Lausitz (FHL) eröffnet die Möglichkeit, den Diplom-Studiengang mit Meisterabschlüssen zu koppeln.
„Der Marktwert von Nachwuchs-Fachkräften in der Bundesrepublik steigt“ , warnt Irmscher. Besonders gefragt werden naturwissenschaftlich-technische Richtungen. „Wer nicht aufwacht, bekommt Probleme“ , prophezeit der Arbeitsmarkt-Experte. Der Wettlauf um den besten Nachwuchs hat längst begonnen.