ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 06:20 Uhr

Nach dem Unglück mit einem Toten
Westufer des Moritzteiches nach Unfall gesperrt

 Die Ursache für das Unglück am Moritzteich zwischen Wolfshain und Friedrichshain ist noch unklar. Bis auf Weiteres bleibt das Westufer des alten Grubenrestlochs gesperrt.
Die Ursache für das Unglück am Moritzteich zwischen Wolfshain und Friedrichshain ist noch unklar. Bis auf Weiteres bleibt das Westufer des alten Grubenrestlochs gesperrt. FOTO: LR / Igel-Allzeit
Friedrichshain. Der Tod eines 53-jährigen Mannes bei Arbeiten im Wald am Moritzteich bei Friedrichshain (Spree-Neiße) sorgt weiter für Spekulationen. Laut Polizei war der Mann aus Sachsen am Dienstag mit seinem Harvester, einer Walderntemaschine, in den Moritzteich gerutscht. Von Annett Igel-Allzeit

Nach dem Unfall, bei dem ein 53-jähriger Mann am Dienstag bei Waldarbeiten am Moritzteich bei Friedrichshain in Döbern-Land starb, mehren sich Hinweise und Spekulationen. Wie die Polizei informiert, war 53-Jährige aus Sachsen mit seiner Walderntemaschine in den Moritzteich abgerutscht. Gegen 12.20 Uhr erreichte die Polizei über den Notruf eine Vermisstenanzeige. Und obwohl am Einsatzort sofort mit der Suche begonnen und ein Taucher des Bergbauunternehmens Leag zur Unterstützung angefordert worden war, konnte der Mann gegen 15 Uhr am Dienstag nur noch leblos geborgen werden.

Wie die Polizei bestätigt, habe sich die Ehefrau während des Unglücks ganz in der Nähe befunden. Wie der Felixsee in Bohsdorf, so  soll auch der Moritzteich eine Braunkohlengrube gewesen sein. Während die Polizei versucht zu ermitteln, warum der Mann überhaupt im Altbergbaugebiet mit so schwerem Gerät gearbeitet hatte, hat sich das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoff in Cottbus am Mittwoch noch einmal bei besseren Lichtverhältnissen den Unfallort angeschaut.

„Die Rutschung ist gar nicht so groß. Da habe ich in anderen Bereichen der Lausitz schon viel größere Rutschungen gesehen“, sagt Uwe Sell vom Landesbergamt. Allerdings konnte der Harvester einen Tag nach dem Unglück noch nicht aus dem Moritzteich gezogen werden. Das sei in diesem Gelände und bei  diesen Witterungsverhältnissen für solch eine schwergewichtige Maschine auch gar nicht so einfach. „Damit beauftragen wir eine Spezialfirma, die sich das Gebiet natürlich auch erst einmal anschauen muss“, sagt Uwe Sell.

Doch das Flatterband, das noch am Dienstag den Unfallort absperrte, werde so schnell wie möglich durch einen stabilen Bauzaun ersetzt. Und der werde das gesamte Waldstück am Westufer des Moritzteiches sperren, sodass vorerst niemand mehr von der Straße nach Friedrichshain in das Waldstück hineinfahren kann.

Der See wird seit Jahrzehnten von den Dorfbewohnern in der Umgebung zum Baden genutzt. Ein kleiner Steg ragt auf der Ostseite ins Wasser. Sogar ein Wäscheleine hängt zwischen den Bäumen. Das Gebiet am Westufer, wo der Unfall passierte, gilt als sumpfig, obwohl es noch nicht zum Reuthener Moor gehört. Versuche, das Waldstück trocken zu legen, soll es vor wenigen Jahren aber schon gegeben haben. Ein Angler erzählt, dass er an einem der Nachbar-Restlöcher auch schon einmal einen Harvester beobachtet hat und ihm dabei ganz bange geworden war. Die Holzerntegeräte wiegen mehrere Tonnen, können Baumstämme halten, absägen, entrinden, auf Länge sägen und auf einem Anhänger ablegen in einem Arbeitsgang.

Auch der Felixsee in Bohsdorf, an dem im vergangenen Jahr im Herbst Hobbytaucher das Ergebnis einer Rutschung unter Wasser entdeckt hatten, bleibt für weitere Untersuchungen durch das Landesbergamt auf der Seite der Bungalow-Siedlung gesperrt.