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Wenn Gras zum Kunstobjekt wächst

Gespräch unter Künstlern: Inna Perkas, Eva-Maria Übelhör und Clemens Bald szun (v.l.).
Gespräch unter Künstlern: Inna Perkas, Eva-Maria Übelhör und Clemens Bald szun (v.l.). FOTO: Detlef Bogott/dbo1
Spremberg. Rundstahl, Draht, Gräser und eine Fotoleuchte werden zum Kunstobjekt, Kleber bringt auf Zeichenpapier Strukturen hervor, Bilder zeigen, "Die Erde trinkt den Regen" – bei der zweiten Vernissage in Spremberger Speicher konnte am Freitagabend regionale und überregionale Kunst genossen werden. Karolin und Sebastian Reiß hatten sich Künstlerkollegen zur Ausstellung eingeladen. dbo1

So werden Werke der Cottbuser Künstlerin Inna Perkas, von Eva-Maria Übelhör aus Freiburg sowie vom Stuttgarter Künstler Clemens Baldszun gezeigt. Gern standen die drei Gastkünstler den Besuchern zu ihren Arbeiten Rede und Antwort.

Clemens Baldszun, der in Stuttgart lebt und arbeitet, hat Kunstgeschichte studiert. Baldszun sieht den öffentlichen Raum als sein Beschäftigungsfeld. Er will mit dem künstlerischen Prozess in die Öffentlichkeit gehen. Irritationsmomente, die Auseinandersetzung mit Zwischenräumen und die Suche nach Verbindungslinien sind wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit. Dabei versucht er, sich mit seinen Eingriffen knapp an der Grenze des Wahrnehmbaren zu bewegen und trotzdem dem Betrachter ein nachhaltiges Erlebnis zu ermöglichen. Eva-Maria Übelhör studierte, lebt und arbeitet in Freiburg. Dr. Antje Lechleiter beschreibt die junge Künstlerin so: "Eva-Maria spielt mit Erwartungen, erforscht die Poesie des Irrationalen und nutzt die formale Qualität und die auratische Aufladung von dem, was nicht erfunden, sondern nur gefunden werden kann." Inna Perkas studierte an der Akademie für Malerei in Berlin und arbeitet in Cottbus. Sie ist eine konzeptionelle Künstlerin: Jede ihrer Arbeiten besteht aus zehn Teilen, wovon neun jede für sich eine abgerundete Arbeit darstellen und der zehnte ein Protokoll der Arbeit ist.

Das Geschwisterpaar Reiß stammt aus Cottbus. Während Sebastian Reiß Bildhauerei in Freiburg studiert hat, wurde Karolin Reiß Gestalterin im Handwerk und Vergolderin, arbeitete an Restaurierungen mit, probiert sich aber im Design, in der Fotografie sowie in der Grafik auch künstlerisch aus. "Minna" nennt sich die Galerie der beiden, die auch anderen Künstlern Platz bieten will.

Der Eigentümer des Spremberger Speichers, Roland Zaroban, lag mit seiner Idee, die obere Etage des geschichtsträchtigen Hauses für künstlerische Zwecke zu nutzen, ganz im Trend. Weitere Ausstellungen werden folgen.