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Veranstaltung
Wenn ein weißer Salbei brennt

In der spärlich beleuchteten ATZ-Ausstellung trieb der Ritter alias Philipp Feisthauer, hier mit der Magd (Kristine Messenbrink), sein Unwesen.
In der spärlich beleuchteten ATZ-Ausstellung trieb der Ritter alias Philipp Feisthauer, hier mit der Magd (Kristine Messenbrink), sein Unwesen. FOTO: amz
Welzow. Das Archäotechnischen Zentrum in Welzow feierte am Dienstag Samhain.

Ziemlich gruselig ist es am letzten Oktobertag im Archäotechnischen Zentrum (ATZ) in Welzow zugegangen. Schon die Straße zum ATZ war mit 48 echten Kerzen dekoriert, und im Turm der Einrichtung schien es unaufhörlich zu blitzen. In der Ausstellung jagt unheimliches Gelächter den Besuchern Angstschauer über den Rücken. Zudem will eine garstige Hexe die Leute mit Flüchen belegen.

Die Lösung des unheimlichen Treibens: Samhain. Die ATZ-Mannschaft hat diesen uralten keltischen Brauch aufgegriffen, der einst auch in germanischen Landen verbreitet war. „Der Sommer ist vergangen, jetzt beginnt der Winter. Die Leute glaubten damals, dass sich dann das Tor zur Unterwelt öffne“, erklärt Kristine Messenbrink vom ATZ. Die Menschen ehrten ihre Toten und vertrieben böse Geister. Beispielsweise mithilfe spezieller Pflanzen. „Wenn ein weißer Salbei brennt, dann ein böser Geist wegrennt“, laute eine Regel. So verwundert es nicht, dass die ATZ-Leute eine Menge dieses Gewächses heran besorgt hatten. Darüber hinaus erfahren die Gäste Interessantes aus dem mittelalterlichen Alltagsleben. So gab es damals keinen Zahnarzt. Stattdessen wurde der schmerzende Zahn gleich mal vom Hufschmied herausgezogen. Da dieser seinen „Patienten“ teilweise erhebliche Schmerzen zufügte, galt der Beruf als nicht ehrenhaft.