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Spremberg
Wenn der Notarzt eingeflogen werden muss

Spremberg. Was an Sprembergs Gymnasium spektakulär wirkt, ist für Landkreis normales Einsatzgeschäft.

Der Unfall eines Schülers am 16. Januar im Erwin-Strittmatter-Gymnasium hat den jüngsten Ausschuss für Bildung, Kultur, Sport und Soziales (BKSS) in Spremberg beschäftigt. Der Notarzt, so informierte Ausschussvorsitzender Klaus-Dieter Peters (Vereinte Wählergruppen Spremberg), habe mit dem Hubschrauber eingeflogen werden müssen. Peters fragt sich deshalb, wie sich nach dem plötzlichen Tod des Ärztlichen Leiters des Rettungsdienstes, Dr. Michael Lang, die Notfallversorgung gestaltet?

Dass die Lücke, die Michael Lang seit dem 13. Januar hinterlässt, nie ganz zu schließen sei. hat Landrat Harald Altekrüger (CDU)  am 16. Januar erklärt. Aber laut Einsatzbericht zum Unfall im Spremberger Gymnasium sei die Versorgung zeitlich wie fachlich ordnungsgemäß verlaufen. Silvia Friese von der Pressestelle des Landkreises Spree-Neiße: „Der Rettungstransportwagen hat den Patienten nach der notärztlichen Behandlung und Herstellung seiner Transportfähigkeit unverzüglich ins Krankenhaus gebracht.“ Es wirke zwar spektakulär, wenn der Notarzt per Hubschrauber zum Einsatzort gebracht wird, aber das sei normales Einsatzgeschäft. „Die Leitstelle Lausitz, die den Notruf aufnimmt, entscheidet je nach Meldung zum Beispiel zur Verletzung und disponiert dann den schnellstmöglich verfügbaren Notarzt heran“, so Silvia Friese.

Der Landkreis, der für den Rettungsdienst zuständig ist, habe mit den Krankenhäusern im Kreisgebiet vertragliche Vereinbarungen, wonach die Krankenhäuser – auch die Spremberger Krankenhausgesellschaft mbH – verpflichtet sind, rund um die Uhr einen Notarzt für den Rettungsdienst zu stellen. Diese Verpflichtung erfüllen die Krankenhäuser eigenverantwortlich, so Silvia Friese nach Rücksprache mit dem Fachbereich.

Auch am 16. Januar, so erklärt sie, sei ganztägig ein Notarzt in Spremberg im Dienst gewesen. „Sofort nach dem Unglück mit Dr. Lang haben sich mehrere Notärzte aus der Stadt und der Umgebung verpflichtet, zusätzliche Dienste zu übernehmen, damit keine Versorgungslücke entsteht“, erläutert Silvia Friese. Neben den angestellten Notärzten seien zum Teil Notärzte im Einsatz, die über Notarzt-Börsen vermittelt werden.

Bereits 2016 fiel der ländliche Raum Brandenburgs mit besonders vielen Anfragen an Notarzt-Börsen auf – im Gegensatz zu Kliniken rund um Berlin. Um als Notarzt eingesetzt werden zu können, brauchen Ärzte eine Zusatzqualifikation, die zwei Jahre dauert. Auch kostet die Nutzung der Notarzt-Börse Kliniken zusätzlich Geld.