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| 10:20 Uhr

Welzower Service, über die Lausitz hinaus gefragt

So gut gefüllt mit reparaturbedürftigen Geräten wie derzeit wünschte sich Geschäftsführer Lutz Langer die Fertigungshalle der Wirth Service GmbH immer. Doch auch das jetzt 15 Mitarbeiter zählende Unternehmen spürt den scharfen Wind auf dem Markt der Anbieter und muss sich seinen Platz Tag für Tag neu erkämpfen. Ein Auftrag, der einen Einstieg bei einem potenziellen neuen Großkunden bedeuten könnte, nährt momentan den Optimismus der Wirthsleute, die sich als Laubag-Ausgründung mittlerweile immerhin seit 1996 behaupten. Gabi Böttcher

Jetzt arbeiten sie an einem solchen großkalibrigen Auftrag – erledigen erstmals für die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag) die Generalreparatur eines vollhydraulischen Bohrgerätes. Bei dem seit Jahren größten Kunden – Vattenfall – konnte sich die Firma viele ihrer Referenzen erarbeiten – auch in Sachen Generalreparaturen. Von dem Ruf des einstigen Stammhauses – der Wirth Maschinen- und Bohrgerätefabrik GmbH in Erkelenz bei Mönchengladbach – profitieren die Welzower ebenso. Als ehemalige Laubag-Betriebsstätte wurden sie im Jahr 1996 zu einer Wirth-Betriebsstätte und 2000 zur 100prozentigen Wirth-Tochter. Drei Jahre später jedoch übernahmen Lutz Langer und Diana Schutte die Geschäftsanteile und nabelten sich von Erkelenz ab.

Die Welzower erledigen allerdings seitdem auf vertraglicher Basis mit dem ehemaligen Stammhaus den kompletten Service für Wirth in den neuen Bundesländern. In Sachen Steuerungstechnik für Horizontalbohrungen ist ein Elektroniker von Wirth Welzow weltweit unterwegs. Nicht ohne Stolz sind auf der Weltkarte in Lutz Langers Büro zwischen Nord- und Südamerika, Saudi-Arabien und Asien alle jene Orte mit Fähnchen markiert, wo Wirth Welzow seine Spuren hinterlassen hat und diese hinterlässt.

Nicht minder stolz berichtet der Geschäftsführer vom Einsatzgebiet der so genannten Schlitzfrästechnik, die zum Beispiel im Tagebau Cottbus Nord zum Einsatz kommt. Die vor sechs Jahren gemeinsam mit der Laubag und Wirth entwickelte Gerätetechnik ermöglicht die unterirdische Abdichtung von Tagebauen mittels einer so geannten Dichtwand, die das Absenken von Grundwasser aus angrenzenden Arealen verhindert.

Blickt Lutz Langer aus seiner Produktionshalle hinaus auf den Welzower Industrie- und Gewerbepark, dann legen sich Sorgenfalten in sein Gesicht. "Wenn hier die Infrastruktur nicht bald auf Vordermann gebracht wird, dann sehe ich schwarz. Die Firma BEA ist schon abgewandert", und auch er habe dem Bürgermeister gesagt, dass er dies für die Wirth GmbH ebenfalls in Erwägung gezogen habe. "Hier muss es dringend vorwärts gehen." Die Medien seien marode, ja es habe bereits Telefon- und Elektroausfälle gegeben. Mit der Infrastruktur, zu der auch die Anbindung an die Bundesstraße 169 gehört, stehe und falle in Zukunft alles. Er habe den Eindruck, dass seitens der Stadt bisher zu wenig Initiative bezüglich der Entwicklung des Industrieparks gezeigt wurde, und hoffe, dass es nicht noch weitere Jahre dauern werde, bis hier etwas passiert. Da weiß sich Lutz Langer mit den anderen Firmenchefs auf dem Gelände einer Meinung und hofft, dass solche Besuche wie der von Ministerpräsident Matthias Platzeck am 17. Februar in Welzow dafür genutzt werden, um mit Nachdruck auf die Situation hinzuweisen und die Unterstützung des Landes einzufordern.