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| 02:34 Uhr

Welzower Bergbautouristiker setzen auf Kippenwälder

Egal, ob mit Schnee oder ohne: Die Bergbautouristiker bieten auch im Winter Touren in die Welzower Grube an. Die nächsten beiden finden am 16. und am 30. Januar statt.
Egal, ob mit Schnee oder ohne: Die Bergbautouristiker bieten auch im Winter Touren in die Welzower Grube an. Die nächsten beiden finden am 16. und am 30. Januar statt. FOTO: trt1
Welzow. Die Landschaft nach dem Tagebau ist in diesem Jahr Schwerpunktthema der Welzower Bergbautouristiker. Neben den bewährten Touren hinunter in die Grube werden derzeit neue Ausfahrten vorbereitet, teilt Siegfried Laumen vom geschäftsführenden Vorstand mit. trt1

Insbesondere Kippenwälder stünden auf der Prioritätenliste ganz oben. Eine Tour werde der renommierte Lausitzer Forstmann Karl Preußner leiten. "Gezeigt werden Landschaften, die erst wenige Jahrzehnte alt sind. Die Gäste erfahren, wie sich ein Kippenwald von einem herkömmlichen Wald unterscheidet", erklärt Siegfried Laumen. Und löst das Rätsel gleich auf: "In der rekultivierten Landschaft fehlen die ganz alten Bäume."

Rekultivierung stärker erklären

Bislang habe der Bergbautourismus die nachbergbauliche Rekultivierung nur gestreift. Zumeist sei den Gästen auf dem Wolkenberg, einer künstlichen Erhebung nordwestlich von Spremberg, das Prozedere im Schnelldurchlauf nahe gebracht worden. Doch das Interesse an diesem langjährigen Prozess sei enorm. "Wir wollen vor allem Bildungsbürger ansprechen", benennt Laumen die Zielgruppe.

Darüber hinaus behalte der Bergbautourismusverein "Stadt Welzow" auch im neuen Jahr seine bewährten Touren bei. Tagebaurundfahrten mit anschließender Bergmannsvesper auf Gut Geisendorf hätten sich als der Renner etabliert. Neu seien in diesem Jahr Ausflüge per Kleinbus zu verschiedenen Themen. Dabei gehe es nicht nur um den Bergbau, sondern auch um weitere lausitzspezifische Angebote. Beispielsweise den Weinbau. Auf dieser Tour werde auf dem Wolkenberg, am Jerischker Weinhang sowie im Weindorf Grano bei Guben Halt gemacht. Darüber hinaus befinde sich eine Ausfahrt durch den Muskauer Faltenborgen in Vorbereitung. Möglich sei diese Tour auch in Kombination Kleinbus-Fahrrad. Für diese Angebote gebe es feste Termine. Melden sich allerdings Gruppen ab sechs Personen an, könne auch individuell gebucht werden.

Besonderer Charme im Winter

Zudem setzten die Bergbautouristiker wieder auf die Wintertouren. "Wenn der Tagebau weiß überpudert ist, entwickelt er einen ganz besonderen Charme", lockt Siegfried Laumen. Der erste dieser Ausflüge findet am heutigen Sonnabend um 14 Uhr statt, ein weiterer am 30. Januar. Selbst wenn dann kein Schnee liegen sollte, dürfen sich die Mitfahrenden dennoch auf Abenteuer freuen, sei es durch starken Wind oder durch peitschenden Regen. Dann könne man hautnah die Schwere der Bergarbeit miterleben. Sagen zumindest die Bergbautouristiker.

Im vergangenen Jahr habe der Verein rund 13 100 Gäste begrüßt, die eine Tour buchten. Das seien circa 600 Leute mehr als in den zwölf Monate davor. "Wir wollten eigentlich die 15 000er-Marke knacken", sagt Siegfried Laumen. Dieses Ziel solle nun 2016 erreicht werden. Die Gäste seien aus ganz Deutschland, aus der Schweiz, den Niederlanden und Tschechien nach Welzow gekommen. Die unermüdliche Werbung des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, zu dem auch die Bergbautouristiker gehören, zahle sich aus. Mehr noch: Die Besucher würden inzwischen wesentlich mehr Leistungen buchen als noch vor wenigen Jahren. Somit bleibt mehr Geld in der Region.

Der Welzower Verein wurde von einst zehn auf jetzt 15 Mitarbeiter verstärkt. Inzwischen zählen auch Gastronomen zum Team. Kein Wunder, haben die Bergbautouristiker doch die Schwarzkollmer Gaststätte "Zur Rabenmutter" übernommen. "Und zwar im Hinblick auf kommende Projekte und Kooperationen", weiß Siegfried Laumen.