Von Anja Guhlan

Wie bei anderen Stadtverordnetenversammlungen in Welzow eröffnet auch dieses Mal der Stadtverordnetenvorsteher Carsten Kupsch die Sitzung. Obwohl dieses Mal alles ein bisschen anders ist: Der Sitzungsort ist an diesem Abend das Besucherzentrum Excursio, das aus dem alten Bahnhofsgebäude entstand.  Es ist ein würdiger Ort für eine festliche  Stadtverordnetenversammlung. Die Abgeordneten und auch Verwaltungsmitarbeiter sind festlich gekleidet und auch Ehrengäste wie einige Altbürgermeister, eine polnische Delegation aus der Partnerstadt Maszewo und den Landrat Harald Altekrüger hat die Verwaltung zu der festlichen Sitzung eingeladen. Auch die Tagesordnung  erscheint an diesem Abend lockerer und mit musiklischen Einlagen und Umrahmungen vom Welzower Heimatchor und der Nachwuchskünstlerin Leonie Bullan am Piano.

Grund für die festliche Versammlung ist das 50. Jubiläum der Stadtrechtsverleihung sowie das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaften mit der polnischen Stadt Maszewo und der saarländischen Stadt Schiffweiler.

Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD) erinnert in ihrer Ansprache an das Geschaffene in Welzow und blickt zurück auf die lange Stadtrechtsgeschichte. In ihrer Rede hangelt sich das Stadtoberhaupt an den Verdiensten ihrer Vorgänger – der Altbürgermeister – entlang. „Jeder Bürgermeister hat sich mit vollem Herzen für diese Stadt eingesetzt“, sagt sie. Angefangen bei Johannes Jentsch, der im Jahr 1969 die Urkunde zum Stadtrecht entgegen nehmen konnte, über Erich Rinas, Karin Haase, Ullrich Wallner bis hin zu Hartmuth Hömberg, Hellfried Skoddow und Rainer Jestel, die danach folgten. Birgit Zuchold, die zur Zeit der Stadtrechtsverleihung erst drei Jahre alt war, ist inzwischen „stolz, froh und dankbar, als Teil dieser Stadt seit 2009 als Bürgermeisterin die Stadt weiter vorwärts entwickeln zu können“.

Auch Martina Fisser, die an diesem Abend die Laudatio halten darf, war zur Stadtrechtsverleihung im Jahr 1969 nicht viel älter als Zuchold. „Ich wurde gerade eingeschult und meine Lehrerin meinte, dass Welzow jetzt eine Stadt sei. Die einzige Stadt, die ich damals kannte, war Cottbus. Also glaubte ich, dass Welzow einst wie Cottbus werden würde. Das haben wir nicht geschafft“, beginnt sie die Laudatio.  In ihrer Rede appelliert sie, alle Bürger  bei der Stadtentwicklung mitzunehmen.  „Im Prinzip wollen wir alle eine lebenswerte Stadt. Dazu bedarf es eines vernünftigen, sachlichen und anständigen Austausches – auch mit Andersdenkenden oder Meckerern“, sagt sie. Ihre letzten Worte sind Glückwünsche: „Reiche Ernte beim Tun“, so schließt sie ihre Rede ab.  

Auch Landrat Harald Altekrüger (CDU) wünscht „weiterhin alles Gute für die Entwicklung der Stadt“ und erinnert daran, was alles geschaffen wurde. Das einst um die 250 Einwohner zählende Heidedorf  hatte sich bis zum Stadtrechtsverleih   auf 7000 Einwohner vergrößert. „Und trotz des Rückganges in den vergangenen Jahren auf rund 3500 Einwohner, ist Welzow ein liebenswerter Ort geblieben“, so Altekrüger.

Ein Ort, der inzwischen auch seit 20 Jahren mit den Partnerstädten Maszewo und Schiffweiler verbunden ist. Deshalb erinnerte auch der Bürgermeister der polnischen Stadt Maszewo, Darius Jarocinski, in einer kurzen Rede an das Geschaffene: „Seit dem Jahr 1990 treffen wir uns regelmäßig zu verschiedenen Austauschen. Ob zu Festen, mit den Senioren oder Schülern und Kindergartenkindern oder mit den Feuerwehrkameraden. Wir hoffen, dass uns das alles auch noch die nächsten Jahre zusammenschweißt.“ Birgit Zuchold nickt herzlich.

Zum Abschluss der Sitzung erhebt Carsten Kupsch noch mit allen das Glas, um auf die Stadt Welzow gemeinsam anstoßen. Alle im Saal  erheben sich. „Auf Welzow!“, ertönt es am Ende vielfach.