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| 18:39 Uhr

Welzow wählt den Rathaus-Chef

„Regina Reichmuth (l.) gratuliert Hannelore Wodtke (r.)“. Sie will bei der Bürgermeisterwahl in Welzow am 7. Mai antreten.
„Regina Reichmuth (l.) gratuliert Hannelore Wodtke (r.)“. Sie will bei der Bürgermeisterwahl in Welzow am 7. Mai antreten. FOTO: Würz
Welzow. Birgit Zuchold will Bürgermeisterin bleiben. Hannelore Wodtke will es werden. Und Hilmar Mißbach? Gilt als ein weiterer Herausforder. Annett Igel-Allzeit

Dass in Welzow Bürgermeister scheitern können, ist noch nicht ganz vergessen. Aber wohl gerade deshalb ist die Stadt auch bekannt für spannende Bürgermeisterwahlen. Vor acht Jahren waren vier Kandidaten ins Rennen gegangen. Eine absolute Mehrheit schaffte auf Anhieb keiner. Die Einzelbewerber Christina Wesnigk und Michael Greschow schieden aus. Birgit Zuchold (SPD) konnte sich in der Stichwahl mit 1183 Stimmen gegen Lutz Frauenstein (872 Stimmen), der für die Fraktion Stadtumbau Welzow angetreten war, durchsetzen.

Diese Kämpferin ist sie über die acht Jahre in ihrem Amt geblieben. "Mit Freude", wie sie gestern versicherte, "kandidiere ich wieder. Ich möchte die Arbeit, die ich begonnen habe, fortsetzen", erklärt sie. Vor acht Jahren sei sie angetreten, weil sie erkannt habe, dass die Infrastruktur das große Defizit der Stadt sei. "Jetzt sind wir infrastrukturell gut ausgestellt. Das ist eine Basis für neue Projekte - wenngleich die Rahmenbedingungen für uns schwieriger werden. Mir macht meine Arbeit im Rathaus wirklich Spaß."

Zumindest eine Gegenkandidatin hat Birgit Zuchold seit gestern. Die Wählerinitiative Grüne Zukunft Welzow hat in einer Wahlversammlung Hannelore Wodtke mit 100 Prozent der Stimmen, wie sie selbst mitteilt, zur Kandidatin gewählt. "Ich habe lange damit gerungen, ob ich den Schritt wagen soll. Schlussendlich waren es die vielen Zusprüche der Bürger auf der Straße und beim Einkaufen, die mich dazu ermutigt haben." Unter dem Motto "Wodtke für Welzow" will sie nun in den Wahlkampf ziehen. "Welzow muss sich den Realitäten stellen. Es gibt viele Baustellen in der Stadt: die Ratsburg, das Ärztehaus, das Kasino, die Häuser der Schafställe", zählt Hannelore Wodtke, gelernte Verwaltungsfachangestellte, auf.

Die CDU stellt keinen Kandidaten auf, wie der Stadtverordnete Erhard Lehmann (CDU) aus Proschim mitteilt. Und Carsten Kupsch (Zukunft Welzow Proschim), seit 2006 Stadtverordnetenvorsteher, den sich mancher Welzower als Kandidat vorstellen kann, lehnt schmunzelnd ab. Dafür habe er als Stadtverordnetenvorsteher schon zu viel mit Verwaltung zu tun gehabt. "Wenn ich in meinem Unternehmen als Betriebsleiter sage, so oder so wird das gemacht, dann wird das auch umgesetzt. Aber in der Verwaltung ist das etwas anders, und dann sind da noch das Land, der Bund …"

Und kandidiert Lutz Frauenstein? "Nein, ich mit meinen 71 Jahren bin zu alt dafür. Aber das Bürgerforum Stadtumbau - Freie Wähler Brandenburg, wie wir jetzt heißen, wird natürlich noch einen Bürgermeisterkandidaten für Welzow aufstellen: Unser Hilmar Mißbach soll es werden", sagt Lutz Frauenstein. Intensiv besprochen wird das aber erst am Wochenende mit Péter Vida, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler. "Am Dienstag", so Frauenstein, "wollen wir dann zum Wahlleiter ins Rathaus gehen." Bis Donnerstagmittag jedenfalls hatte Wahlleiter Detlef Pusch noch keinen einzigen Wahlvorschlag auf dem Tisch. Die Wählergruppen, Parteien und Einzelbewerber haben noch Zeit bis zum 2. März.

Zum Thema:
Stattfinden wird die Bürgermeisterwahl in Welzow am 7. Mai. Wahlvorschläge können bis zum 2. März um 12 Uhr schriftlich angereicht werden - persönlich bei Wahlleiter Detlef Pusch im Rathaus in der Poststraße. Für den 7. Mai - die Wahlbüros öffnen von 8 bis 18 Uhr - werden noch Wahlhelfer gesucht. Sie sollten sich auch den 21. Mai frei halten, denn da ist die Stichwahl geplant, wenn sie wieder erforderlich wird. Der Wahlausschuss verkündet am 9. März um 14 Uhr im Welzower Rathaus öffentlich in einer Sitzung, welche Wahlvorschläge zugelassen werden.