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Kompensationsvereinbarungen
Welzow sucht Ideen für eine Sonderfläche

Eine Kohlebagger in Welzow.
Eine Kohlebagger in Welzow. FOTO: zvg
Welzow. Vier Kompensationsvereinbarungen der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) mit der Stadt Welzow hat am Mittwoch das Welzower Stadtparlament abgesegnet. Demnach gibt es vom Bergbaubetreiber für den Ortsteil Proschim knapp 1860 Euro für ein mobiles Veranstaltungszelt, 1103 Euro für ein Großfeld-Fußballtor mit Netz und 4536 Euro für die malermäßige Instandsetzung der Spielgeräte sowie den Baumverschnitt am Spielplatz. Annett Igel-Allzeit

Für weitere 9500 Euro von der Leag soll die Stadt Welzow eine Studie erarbeiten lassen, die zeigt, wie sich die stadtnahe Bergbaufolgelandschaft entwickeln könnte.

Die Stadtverordneten beschäftigen diese Vereinbarungen in jedem Jahr. Wie Vattenfall zuvor versucht auch die Leag, die Belastungen und Beeinträchtigungen durch den Tagebau für die Einwohner auf diese Weise abzufedern. Doch zumindest die Studie war in der Versammlung umstritten.

Knapp 120 Hektar des zu rekultivierenden Bereiches als Sonderfläche für die Stadt Welzow auszuweisen, ist im Braunkohlenplan zum Tagebau Welzow-Süd Teilabschnitt I bereits 2004 verbindlich erklärt worden. Die Stadt soll entscheiden, so erklärte es am Mittwoch noch einmal Michael Pohl, der Bergbaukoordinator, was aus der Fläche wird. Und die Leag werde die Fläche rekultivieren, sodass sie betreten und befahren werden kann. Ob die Stadt die Fläche übernimmt oder sie an einen Investor weitergibt, ist später zu entscheiden. Von den Studien aber werden Ideen erhofft, sodass Investoren Lust auf die Fläche bekommen und Finanzierbarkeit herleiten können.

Diskutiert wird über die Fläche, die knapp 120 Hektar groß ist, bereits seit 2004/2005 - besonders auch in der AG Kohle. Mehrere Vereine wurden gefragt, ob sie sich dort entwickeln möchten. In den Jahren 2025 bis 2027 soll die Fläche hergestellt werden. Doch für Bernd Teclaw und Günter Jurischka (beide Fraktion CDU/Grüne Zukunft Welzow) steht für eine vernünftige Ideenfindung derzeit viel zu viel infrage. Besonders nach dieser Bundestagswahl, so Teclaw, glaube er nicht mehr, dass das Teilfeld II mit der Abbaggerung Proschims und Teilen von Welzow noch kommt. "Die Gewissheit darüber wäre für die Studie aber wichtig", so Teclaw. Und überhaupt sei dieses Vorhaben eher etwas für Städte wie München oder Stuttgart. Sabine Gaebel (SPD) sieht das anders. Sie wolle, "dass sich Welzow die Hosen anzieht. Wir haben die einmalige Gelegenheit, ein Gebiet zu gestalten. Und die Kosten trägt die Leag." Auch Reinhard Franke (SPD) hält nichts von der "ewigen Skepsis": "Schaut nach Klinge, nach Teichland - die haben etwas gemacht aus solchen Flächen. Und wenn bei der Studie eine schöne Idee herauskommt, findet sich auch ein Investor." Der Beschluss zum Spielplatz endete einstimmig, für die übrigen Kompensationsvereinbarungen gab es eine deutliche Mehrheit im Welzower Stadtparlament.