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| 10:09 Uhr

Freibad Welzow
Becken braucht mindestens Folie

 Für eine Sanierung und Erweiterung des Freibades Welzow hat die Stadverwaltung Fördermittel beantragt. Rund 9000 Besucher hat es in der Saison von Mai bis Sepetmber, 2018 waren es sogar 10 300 Badegäste.
Für eine Sanierung und Erweiterung des Freibades Welzow hat die Stadverwaltung Fördermittel beantragt. Rund 9000 Besucher hat es in der Saison von Mai bis Sepetmber, 2018 waren es sogar 10 300 Badegäste. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Welzow. Die Stadt Welzow bewirbt sich um Fördermittel für die Sanierung des Freibades. Von Annett Igel-Allzeit

Kann das Welzower Freibad zurückkehren zu seiner alten Größe? Mit einem Zehnmeterturm, den Startblöcken und einer 50 Meter langen Bahn für Schwimmer? Wohl nicht ganz – aber neben der Sanierung steht auch eine Erweiterung im Antrag um Fördermittel aus dem Topf des Bundesprogramms Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur. Noch im Dezember hat ihn die Stadtverwaltung ans Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) geschickt. Fristgerecht zum 19. Dezember.

Darüber wurden in der jüngsten Welzower Stadtverordnetenversammlung die Abgeordneten informiert. Gleich nach der politischen Wende – 1991/1992 – war das Welzower Freibad umfangreich saniert worden. Aber zur Enttäuschung vieler Welzower mächtig eingelaufen. Das neue Becken war nur 1,20 bis 1,35 Meter tief.

Als „Gemeindebadeanstalt Welzow“ war das Schwimmbad Anfang der 1930er-Jahre gebaut worden. Nach den Informationen der Stadtverwaltung in der Broschüre „Welzower Stadtspaziergang“ 2012 zählte der Bademeister im Eröffnungsjahr 1934 ganze 61 795 Besucher. Die Anlage soll damals zu den größten und schönsten Badeanstalten Deutschlands gezählt haben. 110 mal 50 Meter groß war das Becken. Eine 50 Meter lange Brücke teilte es in einen Nichtschwimmer- und einen Schwimmerbereich auf. Neben dem Sprungturm soll es 15 Startblöcke gegeben haben. Klar, dass da die Welzower nicht nur geplanscht haben, sondern auch Meisterschaften auf Kreis- und Landesebene in Welzow stattfinden konnten. Schon damals half der Bergbaubetreiber – damals die „Eintracht Braunkohlenwerke und Brikettfabriken AG“ – den Welzowern, ein solches Schwimmbad zu bauen. Und die Eintracht soll nicht nur für die Bauleistungen und das Grundstück gesorgt haben. So soll mit dem Kühlwasser der Turbinen auch die Wassertemperatur im Schwimmbecken in angenehmen Bereichen gehalten worden sein.

Doch 1990 war die ganze Badeanstalt aus baulichen und auch wirtschaftlichen Gründen nicht mehr zu halten. Ein kleineres Bad wurde gebaut mit der roten Riesenrutsche, einer kleinen Rutsche für die Jüngsten, Abenteuerspielplatz, breiter Liegewiese sowie Umkleide- und Sanitär­­trakt. Nur die Bronzefigur eines nymphenhaften Mädchens, die aus der Mitte der roten Riesenrutsche ihren Blick über das Gelände schweifen lässt, erinnert noch an den Charme der Gemeindebadeanstalt.

Sorgen macht das neue, aber eben auch schon wieder in die Jahre gekommene Freibad der Stadtverwaltung seit einiger Zeit. Um den Schwimmbadbetrieb auch mittelfristig sichern zu können, ist eine bedarfsgerechte Sanierung und Reparatur erforderlich. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, seien bereits 2017 sämtliche Schäden erfasst und daraufhin auch die Baukosten ermittelt worden. Dabei wurden gleich mehrere Varianten geprüft: zum Beispiel eine Beckensanierung mit Folienauskleidung, eine Beckensanierung mit Folienauskleidung und einem Beckenkopf aus Edelstahl sowie ein Becken mit Edelstahlauskleidung. Die günstigsten Variante lag vor zwei Jahren bei Kosten von 500 000 Euro. Zudem liege im Rathaus ein Konzept eines Spremberger Ingenieurbüros aus dem Herbst 2015 vor, das neben der Sanierung auch eine Erweiterung geplant hat – unter anderem mit einem neuen Becken für Schwimmer, neuen Außenanlagen, einem neuen Sozialgebäude und neuer technischer Ausrüstung. Die Kostenschätzung für dieses Paket lag vor vier Jahren bei 3,9 Millionen Euro.

Im Internet hatte die Stadt Welzow das Förderprogramm entdeckt. Ein möglichst großer Förderanteil könnte der Stadt helfen, die Freibad-Sanierung und Erweiterung relativ schnell zu schaffen. Aber wie Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD) in der Stadtverordnetenversammlung erläuterte, wird sich zunächst eine Jury sämtliche Anträge, die im BBSR eingegangen sind, anschauen und eine Auswahl treffen. Den Zuwendungsantrag kann die Stadt erst stellen, wenn sie vom BBSR dazu aufgefordert wurde. Nach einer ersten Projektskizze könnten die Planungsleistungen 2021 und die Bauleistungen 2022 vergeben werden, sodass der erste Bauabschnitt noch 2022 beginnen und der zweite Bauabschnitt 2023 laufen könnte. Den finanziellen Eigenanteil müsste Welzow während der Maßnahme aufbringen. Carsten Paulisch (SPD) freute sich darüber, dass die Stadtverwaltung nach solchen Förderprogrammen sucht und reagiert. Finanziell aber bleibt das Vorhaben sportlich, denn Welzow will auch die Grundschule sanieren. Hierzu könnte frühestens zum Ende des Jahres 2019 eine Entwurfsplanung vorliegen. 14 von 15 Stadtverordneten stimmten für Bewerbung um Fördermittel fürs Freibad.

 Für eine Sanierung und Erweiterung des Freibades Welzow hat die Stadverwaltung Fördermittel beantragt. Rund 9000 Besucher hat es in der Saison von Mai bis Sepetmber, 2018 waren es sogar 10 300 Badegäste.
Für eine Sanierung und Erweiterung des Freibades Welzow hat die Stadverwaltung Fördermittel beantragt. Rund 9000 Besucher hat es in der Saison von Mai bis Sepetmber, 2018 waren es sogar 10 300 Badegäste. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit