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| 18:31 Uhr

Neue Verbindung soll auch das Industriegebiet Ost besser erschließen
Brief an Ministerin soll L522n in Fahrt bringen

 Früher als bislang sollte die neue Landesstraße kommen. So die Forderung. Die Trassenführung ist offen. Die neue Straße soll aber Welzow und das Industriegebiet besser an den Fernverkehr anbinden.
Früher als bislang sollte die neue Landesstraße kommen. So die Forderung. Die Trassenführung ist offen. Die neue Straße soll aber Welzow und das Industriegebiet besser an den Fernverkehr anbinden. FOTO: LR / Lehmann/lr
Welzow. Der Spremberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese drängt mit Blick auf den Strukturwandel auf Neubewertung des Baus einer Verkehrsverbindung zur B 169. Investoren eröffnen jetzt Chancen für die Stadt. Von Christian Taubert

  Auf dem Tisch von Ministerin Kathrin Schneider (SPD) in Potsdam liegt ein Brief ihres Parteifreundes Ulrich Freese. Es geht um ein Thema, das seit Jahren drängt: Die Stadt Welzow braucht eine bessere Verkehrsanbindung zur Bundesstraße 169 und damit zur Autobahn A 13, um Investoren die Ansiedlung im Industrie- und Gewerbepark Ost schmackhaft zu machen.

Das Land Brandenburg hat bisher die Jahre 2028/29 ins Visier genommen, um eine Landesstraße 522 neu (kurz: L 522n)  von Spremberg über Welzow bis zur B 169 – möglicherweise nahe Lindchen – zu bauen.

Für den Spremberger SPD-Bundestagsabgeordneten ist diese noch aus dem Jahr 2017 stammende Zielmarke vor dem Hintergrund des Strukturwandels in der Region aber überholt. Nach Freeses Auffassung müssten landespolitisch Rahmenbedingungen nachjustiert werden, um die wirtschaftliche Entwicklung und die Beschäftigungslage in Welzow auf stabile Füße zu stellen. „Welzow braucht jetzt und nicht erst in 20 Jahren eine bessere verkehrliche Anbindung, um Chancen, die sich jetzt auftun, auch nutzen zu können“, heißt es in dem Schreiben an die Infrastruktur-Ressortchefin in Potsdam. Jene Chancen ergeben sich „aus Anfragen von ansiedlungswilligen Investoren und wissenschaftlichen Einrichtungen“, erläutert Freese. Doch immer wieder erweise sich die schwierige Verkehrsanbindung – auch in Gesprächen mit ansässigen Firmen, die an Erweiterungsinvestitionen denken – als Hemmschuh. Dies bestätigt Welzows Bürgermeisterin Birgit Zuchold. „Wir haben Kontakte mit Investoren“, sagt die SPD-Politikerin und betont die  Ernsthaftigkeit der Anfragen. Aus ihrer Sicht müssten die Planverfahren für die Verkehrsverbindung schnell beginnen. Zuchold: „Eine neue Verbindungsstraße 2029 ist viel zu spät.“ Und Freese sieht es dringend erforderlich, „dass landesseitig jetzt intensiv über Planung und Umsetzung der neuen Verkehrsverbindung L 522n entschieden wird“.

Über den Anschluss von Welzow an die B 169 war im Jahre 2017 auch mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) vor Ort beraten worden. Damals hatte er darauf verwiesen, dass es für solche Projekte eine gute Begründung brauche. „Die gewerbliche Entwicklung der Stadt wäre eine solche“, hatte der Regierungschef erklärt. Die gibt es nach Auskunft der Bürgermeisterin, die auch auf Gespräche mit dem Potsdamer Wirtschaftsministerium verweist.

Die bisherigen Landesstraße führt von Spremberg südlich durch Proschim und Spremberg nach Neupetershain zur B 169. Würde der Tagebau Welzow Richtung Westen erweitert, fiele sie weg.